Spiele zu Weihnachten schüren immer eine Erwartungshaltung. Wer das Fest beim Eishockey statt im Kreis der Familie verbringt, der will gut unterhalten werden und am Ende möglichst einen Sieg bejubeln – es heißt ja nicht umsonst Feiertage. Die Eisbären Berlin enttäuschten ihre Anhänger am zweiten Weihnachtstag nicht: Vor 14.200 Zuschauern in der erstmals in dieser Saison ausverkauften Mercedes-Benz Arena schlugen sie die Fischtown Pinguins Bremerhaven mit 4:1 (3:0, 0:0, 1:1) gegen und schenkten den Fans damit drei weitere Punkte.

Vor allem in den ersten zehn Minuten war es beinahe schon eine Machtdemonstration. Fast so, als wollte sich die Mannschaft von Coach Uwe Krupp den Frust der vergangenen Wochen von der Seele schießen, in denen die Berliner oft einem früheren Rückstand hinterherrennen mussten. Mittlerweile haben die Berliner dieses Problem in den Griff bekommen. Bereits in der vierten Spielminute eröffnete Marcel Noebels den Torreigen, wenig später ließ Kapitän André Rankel (5.) die heimischen Fans erneut jubeln. „Wir haben sehr gut angefangen. Nach den beiden letzten verlorenen Heimspielen wollten wir etwas gutmachen“, sagte er. Als Jamie MacQueen in seinem 100. DEL-Spiel kurz darauf sogar das 3:0 gelang (8.), nahm Bremerhavens Trainer Thomas Popiesch eine Auszeit, um den Angriffswirbel der Gastgeber zu stoppen. Bis dahin war fast jeder Schuss ein Treffer.

Jubel für Ex-Torwart Pöpperle

Gästetorwart Jaroslav Hübl hatte früh genug – für ihn nahm Ex-Eisbär Tomas Pöpperle im Kasten der Pinguine Platz, was auf den Rängen frenetisch gefeiert wurde. Nach dem Gewinn der Meisterschaft 2006 genießt Pöpperle bis heute einen guten Ruf in der Stadt. Danach stand aber zunächst ein anderer Torwart im Fokus: Nach einem Schussversuch der Pinguine schien Eisbären-Keeper Petri Vehanen bereits geschlagen, bekam aber irgendwie doch noch die Fanghand in den Nachschuss des Bremerhavener Chad Nehring. „Petri Vehanen war heute unser bester Mann“, meinte Uwe Krupp.

Es war nach 24 Minuten das erste Unterzahlspiel für die Eisbären, die bis dahin einen guten Job machten, der Strafbank fernzubleiben, womit sie in den vergangenen Partien häufig Probleme hatten. Kurz darauf bewies Vehanen erneut seine Klasse, als er einen Penaltyschuss von Ross Mauermann parieren konnte (30.). Dann waren wieder die Eisbären am Drücker. Rankels zweiter Treffer (44.) sorgte endgültig für eine schöne Bescherung beim Berliner Anhang, die auch der Bremerhavener Ehrentreffer durch Mauermann (56.) nichts mehr vermiesen konnte.