Boxen

Promoter Sauerland gründet Bezahlsender in Skandinavien

Viaplay Fighting soll Kampfsportfans in Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen 24 Stunden am Tag exklusive Inhalte liefern.

Vorreiter: Arthur Abrahams Niederlage gegen Gilberto Ramirez (r.) war in Deutschland nur auf den Bezahlplattformen Sky Select und ranfighting.de zu sehen

Vorreiter: Arthur Abrahams Niederlage gegen Gilberto Ramirez (r.) war in Deutschland nur auf den Bezahlplattformen Sky Select und ranfighting.de zu sehen

Foto: dpa

Hamburg.  Dass die Zukunft der Übertragung von Livesport-Events auch in Deutschland in Bezahlplattformen liegt, davon ist Kalle Sauerland überzeugt. „Wer die teuren Sportrechte refinanzieren will, wird nicht darum herumkommen, dafür die Fans an den Kosten zu beteiligen“, sagt er.

Um auf diesem Markt einen Fuß in die Tür zu bekommen, hat der in Hamburg ansässige Sportrechtevermarkter und Boxpromoter ein wegweisendes Projekt in Angriff genommen.

Zusammen mit Bruder Nisse hat der 38-Jährige ein Joint Venture zwischen der Modern Times Group (MTG) aus Schweden und Team Sauerland aus Berlin geschlossen. Die börsennotierte MTG ist in Skandinavien Marktführer im Pay-TV, hält die Fußballrechte an der Champions League und der englischen Premier League.

500 Stunden Liveberichte von mehr als 100 Veranstaltungen

Gemeinsam starten die Partner am 22. April den Sender Viaplay Fighting. Dieser soll Kampfsportfans in Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen 24 Stunden am Tag exklusive Inhalte liefern. Dokumentationen, ein umfangreiches Archiv mit historischen Boxkämpfen, vor allem aber 500 Stunden Liveberichte von mehr als 100 Veranstaltungen pro Jahr.

Darunter sind alle Sauerland-Kampfabende in Deutschland und Skandinavien, aber auch Boxevents aus aller Welt und zusätzlich die Kämpfe der in den USA extrem populären Ultimate Fighting Championships (UFC) sollen die Abonnenten davon überzeugen, die monatliche Gebühr von 19,95 Euro zu investieren.

„Skandinavien ist für uns nur der Anfang. Wir wollen nach Asien expandieren, aber sehen auch in ganz Europa Potenzial“, sagt Sauerland. Skandinavien ist als Testlauf deshalb lukrativ, weil Bezahlfernsehen dort so verbreitet ist wie nirgendwo sonst in Europa.

Gleichzeitig Promoter und Sender

Während Pay-per-view in Deutschland am vergangenen Wochenende mit dem Kampf von WBO-Supermittelgewichtler Arthur Abraham in Las Vegas erstmals mit einem deutschen Boxer getestet wurde, sind die Nordländer bereits bei der nächsten Stufe angekommen.

„Das Interessante für uns als Promoter ist, dass wir über den neuen Sender die komplette Versorgungskette kontrollieren. Wir stellen nicht mehr unsere Boxer einem Sender zur Verfügung und kassieren dafür Gebühren, sondern wir sind gleichzeitig Promoter und Sender“, sagt Sauerland.

Bisher gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit der Plattform ranfighting.de die Möglichkeit, gegen eine Gebühr Kampfsport aus aller Welt auf mobilen Endgeräten zu schauen.