Bei der emotionalen Rückkehr des Meistertrainers Jürgen Klopp haben die Titelträume von Borussia Dortmund in der Europa League einen Dämpfer erhalten. Der BVB musste sich gegen den FC Liverpool im Viertelfinal-Hinspiel mit einem 1:1 (0:1) begnügen und steht damit im Rückspiel am kommenden Donnerstag auf der Insel vor einer schweren Aufgabe.

Dortmund gegen Liverpool - und gegen Klopp

Nur so viel hat gefehlt, dann hätte Jürgen Klopp seinem alten Team eine Heimniederlage verpasst. Thomas Tuchel sieht's gelassen
Nur so viel hat gefehlt, dann hätte Jürgen Klopp seinem alten Team eine Heimniederlage verpasst. Thomas Tuchel sieht's gelassen© dpa | Federico Gambarini
Sokratis sieht Gelb nach einem Faul an Carballo
Sokratis sieht Gelb nach einem Faul an Carballo© REUTERS | Kai Pfaffenbach
Mats Hummels erzielt den Ausgleich zum 1:1-Endstand
Mats Hummels erzielt den Ausgleich zum 1:1-Endstand© imago/ActionPictures | imago sportfotodienst
Liverpool freut sich über die Führung
Liverpool freut sich über die Führung© dpa | Ina Fassbender
Dortmunds Präsident Watzke mit Jürgen Klopp
Dortmunds Präsident Watzke mit Jürgen Klopp© WITTERS | TimGroothuis
Jürgen Klopp an seiner alten Wirkungsstätte
Jürgen Klopp an seiner alten Wirkungsstätte© WITTERS | TimGroothuis
Vermisst wird Kloppo in Dortmund immer noch
Vermisst wird Kloppo in Dortmund immer noch© dpa | Ina Fassbender
Vor allem freuen sich die Fans aber auf ein hochklassiges Match
Vor allem freuen sich die Fans aber auf ein hochklassiges Match© REUTERS | Wolfgang Rattay
Liverpools Moreno im Zweikampf mit Dortmunds Durm
Liverpools Moreno im Zweikampf mit Dortmunds Durm© Bongarts/Getty Images | Lars Baron
Hallo - und tschüss.
Hallo - und tschüss.© REUTERS | Wolfgang Rattay
Philippe Coutinho und Julian Weigl kämpfen um den Ball
Philippe Coutinho und Julian Weigl kämpfen um den Ball© REUTERS | Kai Pfaffenbach
Dortmunds Trainer früher und jetzt: Trainer Thomas Tuchel  und Jürgen Klopp begrüßen sich
Dortmunds Trainer früher und jetzt: Trainer Thomas Tuchel und Jürgen Klopp begrüßen sich© dpa | Federico Gambarini

Nach dem Rückstand durch Divock Origi (36.) verhinderte Kapitän Mats Hummels (48.) mit seinem Kopfballtreffer immerhin die erste Dortmunder Niederlage im 17. Pflichtspiel des Jahres (14 Siege). Durch das Unentschieden blieb Liverpool unterdessen auch im elften Europa-League-Spiel in dieser Saison ungeschlagen.

"Er will unsere Mannschaft und unsere Fans einlullen. Aber wir spielen nicht gegen unseren Freund Kloppo. Wir haben den Auftrag, Liverpool rauszufegen", hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor der mit Spannung erwarteten Partie im seit Wochen mit 65.848 Zuschauern ausverkauften Signal Iduna Park gefordert.

Schwer ins Spiel gefunden

Erneut ohne Nationalspieler Ilkay Gündogan fand der achtmalige deutsche Meister zunächst aber nur schwer ins Spiel. In gewohnter Klopp-Manier agierten die Reds früh, was einige Ballverluste der Gastgeber zur Folge hatte. Nach einer Viertelstunde bekam das Dortmunder Spiel aber mehr Struktur, und sofort wurde es gefährlich. Nach schöner Vorarbeit von Julian Weigl und Marcel Schmelzer vergab Henrich Mchitarjan die große Chance zur Führung. Beim Schuss des Armeniers rettete Mamadou Sakho kurz vor der Linie (17.).

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Klopp zeigt sich nach 1:1 zufrieden

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    Klopp, der das Spiel wie sein Nachfolger Thomas Tuchel meist stehend an der Seitenlinie verfolgte, sah zunächst kaum nennenswerte Offensivaktionen seines Teams. Bei einem Kopfball von Dejan Lovren war BVB-Torhüter Roman Weidenfeller, der in der Europa League den Vorzug gegenüber Roman Bürki erhält, zur Stelle (21.).

    Dortmund erhöhte den Druck, agierte in einigen aussichtsreichen Situationen aber zu unpräzise. Besonders Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang fand bei einigen vielversprechenden Möglichkeiten in Überzahl seinen Mitspieler nicht. Das wurde bestraft: Nach einer Kopfballverlängerung von James Milner war die BVB-Defensive unsortiert, Origi ließ Weidenfeller keine Abwehrchance.

    In Bildern: Jürgen Klopps intensivste Momente

    2004 sein erster großer Erfolg: der Aufstieg mit dem FSV Mainz 05 in die Bundesliga.
    2004 sein erster großer Erfolg: der Aufstieg mit dem FSV Mainz 05 in die Bundesliga.© picture-alliance / dpa/dpaweb | Arne Dedert
    2011 holt Jürgen Klopp mit dem BVB die Meisterschaft: Auf dem Bild ist er mit Meisterschale und Ehefrau Ulla sowie Sohn Marc (ganz rechts) und dem Sohn von Frau Ulla mit Freundin (links) zu sehen.
    2011 holt Jürgen Klopp mit dem BVB die Meisterschaft: Auf dem Bild ist er mit Meisterschale und Ehefrau Ulla sowie Sohn Marc (ganz rechts) und dem Sohn von Frau Ulla mit Freundin (links) zu sehen.© picture alliance / Sven Simon | Poolfoto/SVEN SIMON
    2012 stemmt Jürgen Klopp zum zweiten Mal die Meisterschale für den BVB nach oben.
    2012 stemmt Jürgen Klopp zum zweiten Mal die Meisterschale für den BVB nach oben.© BM | PA
    2013 tröstet er Mats Hummels nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen Bayern München.
    2013 tröstet er Mats Hummels nach dem verlorenen Champions-League-Finale gegen Bayern München.© BM | PA
    Größte Emotion bei seiner Verabschiedung aus Dortmund am 23. Mai 2015 im Signal Iduna Park.
    Größte Emotion bei seiner Verabschiedung aus Dortmund am 23. Mai 2015 im Signal Iduna Park.© dpa | Bernd Thissen
    Die Dortmunder Fans bedanken sich bei Trainer Jürgen Klopp bei seinem Abschied.
    Die Dortmunder Fans bedanken sich bei Trainer Jürgen Klopp bei seinem Abschied.© dpa | Federico Gambarini
    Von dort wechselt er nach Liverpool, wo er ebenso seinen Emotionen freien Lauf lässt.
    Von dort wechselt er nach Liverpool, wo er ebenso seinen Emotionen freien Lauf lässt.© dpa | Peter Powell
    Jetzt trifft er auf Thomas Tuchel, seinen Nachfolger in Dortmund.
    Jetzt trifft er auf Thomas Tuchel, seinen Nachfolger in Dortmund.© dpa | Fredrik von Erichsen

    Im Liverpool-Block brannten nach dem Führungstreffer die bengalischen Feuer, die Fans rasteten aus - aber Klopp verkniff sich den ganz großen Jubel. Ein kurzer Schrei, beide Fäuste zuckten den Hauch einer Zehntelsekunde hervor, dann stand er wieder mit Händen in den Hosentaschen an der Seitenlinie. "Das ist schon speziell, etwas Besonderes. Das lässt mich nicht kalt", hatte Klopp vor dem Anpfiff erklärt.

    Schock des Rückstands sitzt

    Seine Ex-Mannschaft brauchte einige Minuten, um sich vom Schock des Rückstands zu erholen. Erst in der Nachspielzeit wurde es noch einmal gefährlich. Aubameyang (45.+3) vergab aber ebenso wie Marco Reus (45.+4) den Ausgleich, im Gegenzug scheiterte Origi freistehend an Weidenfeller.

    Dortmund kam mit Schwung aus der Pause. Nach einer Hereingabe von Mchitarjan war Hummels per Kopf mit dem Ausgleich zur Stelle. Die Begegnung nahm nun richtig Fahrt auf. Innerhalb weniger Sekunden verhinderte Weidenfeller gleich dreimal einen erneuten Rückstand. Die BVB-Anhänger peitschten ihre Mannschaft immer wieder lautstark nach vorne. Reus fand bei seinem Freistoß aber in Reds-Keeper Simon Mignolet seinen Meister (59.).

    35 Minuten vor dem Anpfiff hatte Klopp unter dem Applaus der Südtribüne sein altes Wohnzimmer, aus dem er sich am 23. Mai 2015 nach sieben Jahren verabschiedet hatte, betreten. Er winkte schüchtern und klatschte in die Hände, anschließend plauderte er an der Mittellinie mit alten Bekannten und ließ das Stadion auf sich wirken. "Ich wusste kaum noch, wie die Gästekabine aussieht", sagte Klopp, der dem BVB zuletzt am 31. Januar 2007 als Gegner gegenübergestanden hatte - damals noch als Trainer des FSV Mainz 05.

    SID/dpa