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BVB-Fans sauer: „Verpiss Dich, Götze!“

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Dieses Plakat entrollten die BVB-Fans während des Spiels gegen Werder Bremen

Dieses Plakat entrollten die BVB-Fans während des Spiels gegen Werder Bremen

Foto: Twitter/Sky Sport News / BM

Dortmunds Anhänger sind gegen eine mögliche Rückkehr Mario Götzes zum BVB. Die Verantwortlichen äußern sich zu dem Thema zurückhaltend.

Dortmund.  Es ist das Transfer-Thema der zu Ende gehenden Bundesliga-Saison: Wohin geht Mario Götze? Bleibt er bei Bayern und hofft nächste Saison auf mehr Einsatzzeiten beim neuen Coach Carlo Ancelotti?

Da hier das Gespräch mit dem Italiener noch aussteht, lässt sich keine Vorhersage treffen. Nur dies: Götzes Vertrag geht bis 2017, für Bayern also die letzte Möglichkeit, während der nächsten Transferperiode noch eine Ablösesumme zu erzielen. Gegenwärtiger Marktwert des 23-Jährigen laut Transfermarkt.de: 40 Millionen Euro.

Oder geht Götze etwa zu seinem Ziehvater Jürgen Klopp nach Liverpool? Der Ex-BVB-Coach lehnte es zuletzt ostentativ ab, zu Spekulationen über einen Götze-Wechsel Stellung zu beziehen, wurd e aber nicht müde, ihn als herausragenden Spieler zu loben.

Unglückliche Begleitumstände beim Wechsel nach München

Zuletzt hatte es immer wieder Spekulationen über eine Rückkehr nach Dortmund gegeben, von wo der gebürtige Memminger am 1. Juli 2013 für 37 Millionen Euro zu Bayern München gewechselt war. Allerdings sorgten die Begleitumständ e des Wechsels für viel negatives Blut.

So haben es die Fans dem Jungstar nicht verziehen, dass er noch kurz vor dem Wechsel andeutete, länger in Dortmund bleiben zu wollen. Außerdem war der Zeitpunkt der Bekanntgabe des Wechsels äußerst unglücklich: Einen Tag vor dem wichtigen Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid.

Der Ärger bei den Fans hält auch drei Jahre später noch an: So hielten schwarz-gelbe-Anhänger am Sonnabendabend während des Spiels gegen Werder Bremen (3:2) ein Plakat in die Höhe: „Mailand oder Madrid – Hauptsache nicht Dortmund“!! Verpiss Dich Götze!.“

Das Wortspiel ist eine Reverenz an das mittlerweile legendäre Zitat eines anderen umstrittenen Jungstars – Andy Möller - der einmal zu Transfergerüchten gesagt hat: „Mailand oder Madrid – Hauptsache Italein“. Möller verließ Dortmund übrigens zur Jahrtausendwende dann ausgerechnet Richtung Schalke.

Rummenigge und Watzke wiegeln ab

Die Wechselspekulationen um Mario Götze werden von den verantwortlichen Personen der beiden betroffenen Vereine zurückhaltend behandelt. „Ich habe Verständnis dafür, das ist ein schönes Thema für die Journalisten, aber bei uns geht man damit sehr entspannt um“, sagte der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Wochenende.

Auch BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hält sich zurück. Es wäre „komplett respektlos“, über einen Spieler des FC Bayern mit einem Vertrag bis 2017 zu reden. „Dieses Thema stellt sich angesichts der derzeitigen Rahmenbedingungen für uns nicht“, sagte Watzke der „Sport Bild“.

„Für mich persönlich ist wichtig, dass ich spielen kann, dass meine Verletzung auskuriert ist, dass ich keine Schmerzen mehr habe. Alles andere wird sich zeigen“, sagte Götze.

Ausschließen wollte Watzke einen Transfer des Fußball-Weltmeisters nicht. „Für jeden Spieler, der Verdienste um diesen Verein hat, steht die Tür offen – das ist keine Frage.“ In der Vergangenheit hatte der BVB mit Shinji Kagawa (von Manchester United) und Nuri Sahin (Real Madrid) ehemalige Spieler zurückgeholt.

„Es gibt keinen Kontakt“

„Die Dinge sind im Fußball immer in Bewegung. Ich würde bis auf ein, zwei Ausnahmen für keinen Spieler der Welt auf ewig ausschließen, dass er mal für uns spielt“, kommentierte Watzke in der „Sport Bild“. In einem Interview der „Welt am Sonntag“ sagte Watzke, er habe noch „nirgendwo gelesen, dass die Bayern erklärt hätten, ihn nicht mehr haben zu wollen“. Und ergänzte: „Es gibt keinen Kontakt.“

Im ZDF-Sportstudio ergänzte Watzke am Sonnabendabend: „Wenn er irgendwann auf dem Markt sein sollte, werden wir uns erstmal für Borussia Dortmund Gedanken darüber machen, ob das Sinn macht oder nicht. Aber warum sollen wir uns über Dinge jetzt Gedanken machen, die aus meiner Sicht nicht existent sind?“

Watzke verhalte sich „völlig korrekt“, betonte Rummenigge. „Er hat gesagt, der Spieler hat einen Vertrag bis 2017, der Respekt gegenüber Bayern München gebührt erstmal, da die Füße stillzuhalten“, sagte er. „Das ist sehr respektvoll von ihm und Borussia Dortmund. Alles andere gibt es dazu nicht zu sagen, von Bayern München wird es dazu keinen Kommentar geben.“

„Natürlich wird Mario immer ein Teil der BVB-Geschichte sein“, sagte Watzke. „Er hat mit elf Jahren schon bei Borussia Dortmund gespielt. Ich habe damals, als ich ihn in den Jugendmannschaften gesehen habe, immer gebetet, dass diesem Jungen nichts passiert.“

( dpa/eve )