Handball-EM

Deutsches Team setzt bei der EM auf eine ganz starke Abwehr

Zum Auftakt der EM trifft die deutsche Auswahl gleich auf Titelfavorit Spanien. Eine stabile Defensive ist die Grundlage für den Erfolg.

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Breslau. Ein gedehntes „Ja“ ließ Dagur Sigurdsson verlauten. Der Bundestrainer der deutschen Handball-Nationalmannschaft war gerade gefragt worden, ob ihm der deutliche Sieg der Spanier im letzten Vorbereitungsspiel Sorgen bereite. 26:12 hatte der Weltmeister von 2013 den EM-Gastgeber Polen besiegt, immerhin Bronzemedaillengewinner der WM 2015. Gleich zum Auftakt der EM muss sich die deutsche Auswahl am Sonnabend gegen die Spanier beweisen (18.15 Uhr, ZDF).

„Gegen solch einen guten Gegner hat man immer Sorgen, dass man nicht gut genug ist, dass man zweifelt“, sagte Sigurdsson. Das Wichtigste sei daher, ein gutes Spiel zu machen, um für die Partien gegen Schweden (Montag, 20.15 Uhr, ARD) und Slowenien (Mittwoch, 17.05 Uhr, ZDF) Selbstbewusstsein zu sammeln. Was zu tun ist, verkündete Sigurdsson dann im Stil von Pep Guardiola: „Wir müssen eine super, super Abwehr spielen.“

Auf Finn Lemke kommt eine besonders schwierige Aufgabe zu

Viel Vertrauen setzt er dabei auf Finn Lemke. Der 2,10 Meter große Rückraumspieler ist für den Mittelblock im deutschen Team verantwortlich und hat laut Sigurdsson eine herausragende Vorbereitung gespielt. Der gebürtige Bremer, der beim SC Magdeburg unter Vertrag steht, soll Spaniens starken Kreisläufer Julen Aguinagalde bewachen. Lemke ist erst 23 Jahre alt, die EM in Polen ist seine erste internationale Meisterschaft. Die WM im vergangenen Jahr verpasste er wegen eines Mittelhandbruchs. „Ich freue mich, dass mir diese Rolle zugetraut wird“, sagte Lemke. Bei der EM-Qualifikation im April hat er seine Qualität bereits bewiesen, als Deutschland 29:28 gegen Spanien siegte.

Allerdings haben sich seitdem beide Mannschaften verändert. „An diesen Sieg denke ich deshalb gar nicht mehr, ich konzentriere mich lieber auf die aktuellen Spiele der Spanier“, sagt Lemke. Am Freitagnachmittag setzte sich das gesamte Team noch einmal zur Videoanalyse zusammen, anschließend bekam jeder Spieler einen USB-Stick, um die für ihn relevanten Spielszenen noch einmal zu studieren. „Mein primäres Ziel ist es, die Abwehr zuzumachen“, sagte Lemke. Wenn dann auch noch die Torhüterleistung stimmt und die deutsche Mannschaft erfolgreiche Gegenstöße läuft, braucht sich Sigurdsson kaum noch Sorgen zu machen.