Boxen

Tyson Fury verliert WM-Titel und beleidigt Homosexuelle

Skandal um den Bezwinger von Wladimir Klitschko: Erst beleidigt er Schwule, Frauen und Sportler, jetzt hat er einen Titel weniger.

In Düsseldorf freute sich Tyson Fury noch über drei Weltmeistergürtel. Jetzt hat er den von der IBF verloren

In Düsseldorf freute sich Tyson Fury noch über drei Weltmeistergürtel. Jetzt hat er den von der IBF verloren

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

Hamburg.  Klitschko-Bezwinger Tyson Fury ist der Titel des Verbandes International Boxing Federation (IBF) entzogen worden. Als Grund nannte der Weltverband die Weigerung Furys, den IBF-Titel gegen den an Nummer eins geführten Ukrainer Wjatscheslaw Glaskow zu verteidigen. Fury zieht einen lukrativeren Rückkampf gegen den in Hamburg und den USA lebenden Wladimir Klitschko im Frühjahr 2016 vor.

Zudem ermittelt die britische Polizei gegen Fury wegen des Vorwurfs der Homophobie. Der 27-Jährige hatte in Interviews gesagt, dass Homosexualität im gleichen Maße verboten gehöre wie Pädophilie. Ein TV-Zuschauer hat Fury deswegen angezeigt.

„Frauen gehören in die Küche“

Die Polizei nehme diese Angelegenheit „sehr ernst“. Nach den Äußerungen hatten tausende Briten auf Furys Ausschluss von der BBC-Sportlerwahl gedrängt. Der Engländer, der am 28. November in Düsseldorf sensationell Wladimir Klitschko entthront hatte, war zuletzt mehrfach wegen diskriminierenden Äußerungen aufgefallen.

Für ihn gehören Frauen „in die Küche oder auf den Rücken“. Zuletzt hatte er sich die Sportelite seiner Nation, namentlich Formel-1-Champion Lewis Hamilton und Tennis-Star Andy Murray, vorgenommen.

100.000 gegen Fury als Sportler des Jahres

„Was braucht man denn an Persönlichkeit, um ein Auto hundertmal um einen Kurs zu fahren oder einen Ball hin und her zu schlagen? Nicht wirklich viel, oder?“, sagte er in einem Video-Interview, nachdem mehr als 100.000 Landsleute in einer Petition Furys Streichung von der Nominierungsliste zum „BBC Sportler des Jahres“ gefordert hatten, die Hamilton und Murray anführen. Und überhaupt: Die Unterzeichner der Petition seien „50.000 Wi....r“.

„Ich weiß zu einer Million Prozent, dass ich mehr Persönlichkeit in der Spitze meines kleinen Fingers habe als sämtliche Nominierten zusammen“, polterte das Schwergewicht Fury weiter: „Jeder im Land weiß das. Wenn es nach Persönlichkeit geht, gibt es nur einen Sieger. Und wenn es nach sportlichem Erfolg geht, dann gibt es auch nur einen Sieger.“