Derzeit dreht sich bei Manchester United viel um Bastian Schweinsteiger. Gerade erst wählten ihn die Fans zum Spieler des Monats November, wofür sich der Weltmeister artig mit einem Foto bei Twitter bedankte, vor einem Weihnachtsbaum stehend, die kleine Trophäe in den Händen und mit akkuratem Seitenscheitel. „Eure Unterstützung bedeutet mir viel“, schrieb der 31-Jährige dazu.

Unterstützung, die er von seinem Trainer derzeit nicht bekommt. Oder ist es nur geschickte Motivation durch Louis van Gaal vor dem Champions-League-Spiel am Dienstag beim VfL Wolfsburg (20.45 Uhr, Sky)? „Bisher haben wir noch nicht den besten Schweinsteiger gesehen, den ich schon bei Bayern München gesehen habe. Er hätte in jedem seiner Spiele für uns noch besser spielen können“, sagte der Niederländer: „Aber er kann ein Team führen.“

Eben diese Führungsqualitäten sind im Endspiel um den Achtelfinaleinzug nun gefordert, denn schon ein Unentschieden in Wolfsburg kann für United, das auf Stürmer Wayne Rooney (Knöchelverletzung) verzichten muss, das Aus bedeuten.

Ellenbogencheck wird neu bewertet

Qualitäten, die Klub-Ikone Paul Scholes dem Kapitän der deutschen Nationalmannschaft jedoch abspricht. Der langjährige Mittelfeldspieler warf seinem Nachfolger vor, zu wenig nennenswerte Aktionen zu haben und die Offensive zu vernachlässigen. „Ich mag es nicht, wenn zu viel Hektik herrscht. Vielleicht kommt der Spitzname daher“, sagte Schweinsteiger, aus dem in England „Mr. Calm“ (Mr. Ruhig) wurde: „Ich kontrolliere die Situation. Das sieht dann vielleicht langsam oder ruhig aus. Aber das ist nicht so. Mein Gehirn und meine Augen arbeiten die ganze Zeit.“

Da stellt sich natürlich die Frage, was sich Schweinsteiger beim Ellenbogenschlag gegen Winston Reid im Premier-League-Spiel gegen West Ham United gedacht hat. Schiedsrichter Mark Clattenburg hatte die Aktion offenbar nicht gesehen, weshalb der englische Fußball-Verband FA die Situation neu bewerten will. Schweinsteiger droht eine Sperre von drei Spielen.

Erst soll jedoch die Hürde Wolfsburg genommen werden. „Das ist sehr wichtig für uns, und ich weiß, wie schwer es in Wolfsburg wird“, sagte Schweinsteiger im „Guardian“: „Wir müssen die richtige Strategie finden, und ich bin sicher, dass die Mannschaft bereit für eine große Nacht ist.“

BM