Premier League

Englands neuer Fußball-Star kickte früher mit Fußfessel

Jamie Vardy von Leicester City ist neuer Rekordtorschütze der Premier League. Der 28-Jährige hat eine kriminelle Vergangenheit.

So bejubelte Jamie Vardy seinen Treffer zur Führung von Leicester City gegen Manchester United. Es war sein elfter Premier-League-Treffer hintereinander – Rekord

So bejubelte Jamie Vardy seinen Treffer zur Führung von Leicester City gegen Manchester United. Es war sein elfter Premier-League-Treffer hintereinander – Rekord

Foto: Laurence Griffiths / Getty Images

Leicester.  Shootingstar Jamie Vardy hat sich am Sonnabend in den Rekordbüchern der englischen Premier League verewigt. Der Stürmer von Leicester City traf in der Partie gegen Manchester United im elften Liga-Spiel in Serie und ist damit alleiniger Rekordhalter.

Zuvor hatte er sich die Bestmarke mit dem früheren HSV-Torjäger Ruud van Nistelrooy geteilt, der 2003 zehnmal hintereinander für Manchester United getroffen hatte. Die Premier League wurde 1992 eingeführt.

Van Nistelrooy gehörte auch zu den ersten Gratulanten. „Gut gemacht Vardy7! Du bist die Nummer eins und verdienst es“, twitterte der frühere niederländische Nationalstürmer.

Frühe Auswechlung, um nicht gegen Bewährungsauflagen zu verstoßen

Zum englischen Uralt-Rekord von Jimmy Dunne, der für Sheffield United in der Saison 1931/32 zwölfmal hintereinander traf, fehlt ihm nur ein weiteres Tor. Sogar sein Gegenspieler Bastian Schweinsteiger von Manchester United war tief beeindruckt - und verglich Vardy mit WM- und DFB-Rekordtorschütze Miroslav Klose.

Vardy hat eine beeindruckende Entwicklung hinter sich. Bis vor fünf Jahren spielte er noch beim Achtligisten Stocksbridge. In dieser Zeit musste er sogar ein halbes Jahr mit einer elektronischen Fußfessel kicken.

Aufgrund einer Verurteilung nach einer Kneipenschlägerei musste der Fußball-Profi stets vor 18 Uhr ausgewechselt werden, sonst hätte er gegen Bewährungsauflagen verstoßen. Über Halifax und Fleetwood landete er 2012 bei Leicester. 1,25 Millionen Euro zahlte der damalige Zweitligist für Vardy. Heute ist der Stürmer laut transfermarkt.de sechs Millionen Euro wert.

Heimklub will Tribüne nach ihm benennen

Am Sonnabend steigerte er noch einmal seinen Wert. Elf Tore hintereinander in der Premier League? Vardy feierte seinen Rekord vor dem Gästeblock mit weit aufgerissenen Augen. „All effing mine“ (etwa: „Verdammt noch mal: alles meins“), schrie er dabei, und deutete mit beiden Zeigefingern auf seine Brust. „Da habe ich mich ein bisschen gehen lassen“, gestand er kleinlaut ein, „aber es war einfach unglaublich.“

Der Teamkollege von Robert Huth verwertete einen Traumpass des Ex-Schalkers Christian Fuchs mit dem rechten Fuß, den passend zur feierlichen Gelegenheit ein neuer, goldener Schuh zierte. Es war Vardys 13. Treffer in den jüngsten elf Spielen, sein 14. insgesamt. Stocksbridge Park Steels, der erste Klub des Stürmers will jetzt seine 450 Plätze fassende Haupttribüne nach ihm benennen. „Vardy bleibt im Traumland“, schrieb der Guardian.