Die Zahlenreihe ist beeindruckend. 34 – 30 – 14 – 4 – 2: So ist es nachzulesen auf der Homepage des überragenden deutschen Wasserball-Teams. Darüber sind Abbildungen der Trophäen zu sehen und die Namen der Wettbewerbe, in denen die Wasserfreunde Spandau Pokale gewonnen haben.
Als da wären: Deutscher Meister, Pokalsieger, deutscher Supercup, Champions League, Europäischer Supercup. Begonnen hat alles 1979, als Spandau erstmals das nationale Triple – Meisterschaft, Pokal, Supercup – holte. Danach gab es Jahr für Jahr Zuwachs. Nur 1996 und 2013 musste die Vitrine nicht geöffnet werden – weil es nichts hineinzustellen gab.
Dies bleibt den Berlinern im aktuellen Spieljahr erspart. Bereits vor dem offiziellen Bundesligaauftakt am Freitagabend mit dem Match der Spandauer bei Bayer Uerdingen haben die Schützlinge von Trainer Petar Kovacevic einen Titel auf der Habenseite, der in oben genannter Reihe Bestandteil ist.
Trainer Kovacevic nutzt seine Verbindungen
Vor knapp zwei Wochen gewannen sie den nationalen Supercup gegen Vizemeister ASC Duisburg, der den Part des Gegners übernahm, da Spandau auch in der Vorsaison das Double geholt hatte. 12:4 hieß es in dem einseitigen Duell, das auf beiden Seiten schon mal einige Fragen beantwortete.
Duisburg scheint nach dem Abschied des langjährigen Trainers Arno Troost und einigen Personalwechseln nicht mehr annähernd so stark wie in seinem Meisterjahr 2013. Spandau dagegen hat es offenbar gut getroffen mit den Kaderveränderungen, die im ersten Moment nicht spektakulär anmuten.
Kovacevic, gebürtiger Montenegriner, aber nach mehrjähriger Arbeit in Frankreich auch mit der Tricolore-Staatsbürgerschaft ausgestattet, hat seine Verbindungen genutzt und mit Mehdi Marzouki und Remi Saudadier zwei Nationalspieler aus dem Nachbarland nach Berlin gelockt.
Die gaben beim Ersteinsatz für die Wasserfreunde eine vielversprechende Vorstellung. Der kraftvolle Mehdi Marzouki, über dessen Würfe 04-Kapitän Marko Stamm meinte, „davon möchte ich nicht getroffen werden“, setzte DSV-Nationalkeeper Moritz Schenkel gleich sechs Treffer ins Netz.
Ambitionierte Uerdinger sind am Freitag der erste Prüfstein
Saudadier verteidigte so energisch, dass die Duisburger, trotz einer Handvoll Nationalspieler im Becken, bei der Minimalausbeute von vier Treffern blieben. Auch der dritte Zugang Spencer Hamby, aus Potsdam, wo er Militärgeschichte studiert, zu Spandau gekommen, holte als Center vier Strafwürfe heraus und traf einmal selbst.
„Ohne große Spielpraxis und aus dem vollen Training heraus hat die Mannschaft gute Ansätze gezeigt“, meinte Kovacevic, der zugleich klarstellte: „Natürlich müssen wir in allen Belangen besser werden und das Zusammenspiel perfektionieren.“
Uerdingen ist dafür ein guter Prüfstein. Nach schwacher Vorsaison gibt es bei Bayer einige neue Personalien, die vom Anspruch künden, Anschluss an das Führungstrio Spandau, Duisburg und Hannover zu finden. Drei Akteure vom Lokalrivalen Krefeld 72, Aufsteiger in die Achter-A-Gruppe der DWL, sind zu Bayer gewechselt – darunter Kraftpaket und Ex-Nationalspieler Sven Roeßing. Außerdem hat der Verein eine „Wasserballakademie“ gebildet, um langfristig für Nachwuchs-Nachschub zur nationalen Spitze zu sorgen.



