Deutsches Team

Wasserballer glauben plötzlich wieder an ihre Olympia-Chance

Cuk aus Krotien und der Serbe Restovic haben die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Das hilft nicht nur ihrem Verein Spandau 04.

Marin Restovic verstärkt zukünftig die deutsche Nationalmannschaft

Marin Restovic verstärkt zukünftig die deutsche Nationalmannschaft

Foto: Roland Popp / picture alliance / dpa

Berlin.  Spandau 04 hat plötzlich zwei deutsche Nationalspieler mehr. Center Mateo Cuk, bisher Kroate, und Linkshänder Marin Restovic, gebürtiger Serbe, erhielten im Rathaus Schöneberg ihre Einbürgerungsurkunden. Seit Längerem nahmen beide als Gastspieler an den Maßnahmen von Wasserball-Bundestrainer Patrick Weissinger teil, der mit Blick auf die EM in Januar in Belgrad und das Olympiaqualifikations-Turnier im April in Italien auf das starke Duo des Rekordmeisters setzt. Sowohl Cuk als auch Restovic, beide 25 Jahre alt, besetzen nicht nur bei Spandau 04 Problempositionen im Team, sie würden auch für die DSV-Auswahl lange bestehende Baustellen zu einem guten Teil beheben.

2014 in die Bedeutungslosigkeit verabschiedet

Mit der Einbürgerung des Duos, glaubt 04-Präsident Hagen Stamm, „wird die Nationalmannschaft stärker und weniger ausrechenbar“. Der Ex-Bundestrainer, der als Olympia-Fünfter 2004 den letzten wirklich respektablen Erfolg erreichte, sieht damit auch die Chancen für eine Teilnahme des Teams in Rio „drastisch gewachsen“.

Nach dem Hauptrunden-Aus bei der WM 2013 und Platz 9 beim kontinentalen Championat 2014 hatten sich die Deutschen in die Bedeutungslosigkeit verabschiedet. Im April 2015 forderte der DOSB den Deutschen Schwimmverband (DSV) auf, „die Förderstrukturen im deutschen Wasserball unverzüglich auf eine erfolgreiche Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio 2020 auszurichten“. Begründung: Es gebe keine realistische Chance für eine Qualifikation für Rio de Janeiro.

Südafrikas Rückzug soll Deutschland helfen

Nicht nur dank Cuk und Restovic hat sich diese Perspektive laut Stamm geändert. Südafrika hat gerade seine Frauen- und Männerteams, die den Afrikaplatz für Rio fix hatten, zurückgezogen. Nun werden beim Turnier in Italien im Frühjahr noch vier Tickets bei den Männern vergeben. Um an diesem Turnier teilzunehmen, muss Deutschland bei der EM im Januar in Belgrad mindestens Achter werden. „Platz vierist für uns machbar“, frohlockt Stamm. Plötzlich hat Spandau nicht nur zwei neue Nationalspieler, sondern der gebeutelte deutsche Wasserball auch wieder bessere Aussichten.