Fußballweltverband

Fifa-Ethikhüter erheben Anklage gegen Franz Beckenbauer

Die Untersuchungskammer der Fifa-Ethikkommission hat ihre Ermittlungen gegen Franz Beckenbauer abgeschlossen und Anklage erhoben.

Franz Beckenbauer war 2006 der Chef des Bewerbungs- und des Organisationskomitees der WM

Franz Beckenbauer war 2006 der Chef des Bewerbungs- und des Organisationskomitees der WM

Foto: dpa

Die Untersuchungskammer der Fifa-Ethikkommission hat ihre Ermittlungen gegen Franz Beckenbauer abgeschlossen und Anklage erhoben. Das Verfahren sei zur rechtsprechenden Kammer weitergeleitet worden, teilte das Gremium des Fußball-Weltverbands am Mittwoch mit, ohne weitere Details zu nennen.

Auch nach den Untersuchungen gegen den Spanier Ángel María Villar Llona, Vize-Präsident der FIFA und der Europäischen Fußball-Union, wird nun ein Urteil erwartet.

Beckenbauer hatte wie alle Mitglieder des Fifa-Exekutivkomitees, die bei der skandalträchtigen WM-Vergabe an Russland 2018 und Katar 2022 im Dezember 2010 beteiligt gewesen waren, vor der Ethikkommission aussagen müssen. Als er dies zunächst verweigerte, wurde er im Sommer 2014 provisorisch für 90 Tage für alle Fußball-Aktivitäten gesperrt. Nach seiner danach erfolgten Aussage wurde diese Sperre aufgehoben, die Ermittlungen liefen jedoch weiter.

Der Münchner Richter Hans-Joachim Eckert als Chef der rechtsprechenden Kammer wird die Entscheidung aber als Landsmann Beckenbauers nicht treffen. Stattdessen wird der Australier Alan Sullivan das Urteil sprechen. Wann er seinen Beschluss fällen wird, ist nicht bekannt

Ob die Fifa-Fahnder wegen der Bestechungsvorwürfe gegen das Organisationskomitee der WM-Endrunde 2006 in Deutschland weitere Untersuchungen gegen Beckenbauer und Präsident Wolfgang Niersbach vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) aufgenommen haben, teilte die ermittelnde Kammer nicht mit.

Die Kammer bestätigte außerdem die Fortführung der Ermittlungen gegen den suspendierten Fifa-Chef Joseph S. Blatter (Schweiz), den gleichfalls vorläufig gesperrten Uefa-Boss Michel Platini (Frankreich) und den schon von der Fifa zuvor abgesetzten Generalsekretär Jerome Valcke (Frankreich). "Die ermittelnde Kammer tut alles in ihrer Macht stehende, dass innerhalb der 90-tägigen Suspendierung von Herrn Blatter und Herrn Platini eine endgültige Entscheidung gefällt werden kann", teilte das Gremium mit.