Champions Hockey League

Eisbären kämpfen um Deutschlands Ruf

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Marcel Stein
Uwe Krupp (M.) will seinen Eisbären wieder siegen sehen, am besten schon heute gegen die Franzosen aus Gap

Uwe Krupp (M.) will seinen Eisbären wieder siegen sehen, am besten schon heute gegen die Franzosen aus Gap

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Alle reden über den neuen Modus, der mehr DEL-Klubs in die K.o.-Runde hieven soll. Trotzdem muss Samstag erst mal ein Sieg gegen Gap her.

Wer sich die neuen Bedingungen anschaut und diese in Relation zu den Herausforderungen stellt, kann nur zu dem Urteil kommen, dass die Aufgaben lösbar sind. Mehr Klubs, mehr Gruppen – mehr Chancen, in die nächste Runde der Champions Hockey League einzuziehen. Keine schlechte Sache für die deutschen Klubs.

Zumindest theoretisch. Praktisch tritt der EHC Eisbären am Sonnabend gegen die Gap Rapaces die Beweisführung an (16 Uhr, Mercedes-Benz-Arena/Laola1.tv). „Wir müssen Gas geben, wir wollen das schaffen“, sagt Peter John Lee, Manager des Berliner Klubs aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Die Partie gegen die Franzosen ist wichtig, um den Einzug in die K.o.-Runde realisieren zu können.

Nur fünf deutsche Siege in 36 Spielen

Allein für die Berliner und für dieses Spiel gilt Lees Aussage nicht, sie besitzt allgemeine Gültigkeit in der neu formierten CHL. Denn mit den ursprünglichen Bedingungen kamen die deutschen Klubs in der Premierensaison nicht so gut zurecht. Enttäuschend bis blamabel präsentierten sich die CHL-Vertreter von Hamburg bis Mannheim. Die sechs Klubs kamen in insgesamt 36 Gruppenspielen auf nur neun Siege.

Fünf Klubs wurden in den elf Vierergruppen Letzter. „Vergangenes Jahr ist nicht gut gelaufen“, sagt EHC-Trainer Uwe Krupp. Das hat sich im Bewusstsein der Verantwortlichen festgesetzt. Und es hat zu einer Reaktion geführt. „Die Sache ist angekommen“, so Krupp. Mit dem Ergebnis, dass sich die Zahlen jetzt freundlicher lesen, über 50 Prozent der Gruppenspiele wurden bislang gewonnen.

Das ist nicht nur gut für die Klubs, sondern auch für die CHL. „Deutschland spielt eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung der CHL“, sagt Geschäftsführer Martin Baumann. Der Markt ist groß, die Klubs haben viel Fanpotenzial.

Mit einer erweiterten Vorbereitung und mehr Ernsthaftigkeit konnten die sechs Vereine aus Berlin, Mannheim, München, Düsseldorf, Ingolstadt sowie Krefeld ihr Auftreten optimieren. Dass aus 16 Dreiergruppen jeweils die ersten Zwei weiterkommen, erhöht die Wahrscheinlichkeit auf K.o.-Spiele mit deutschen Teams.

Krupp gegen gesetzte Klubs

Dass die Gruppenphase der CHL wieder in die Zeit vor den Start der nationalen Ligen verlegt wurde, gehört zu den Kritikpunkten, mit denen sich die Macher konfrontiert sehen. „Man muss versuchen, etwas zu finden, das sich bei den Fans bewährt. Daran wird gefeilt“, sagt Krupp, der zudem eine rein sportliche Qualifikation bevorzugt. Noch sind über die Hälfte der Vereine gesetzt, so auch die Berliner.

Immerhin, so Krupp, die Richtung stimme. Vergangene Saison erwirtschaftete die CHL ein leichtes Plus, in dieser Saison werden 1,5 Millionen Euro Preisgeld ausgeschüttet. „Aber wir sind nicht wegen des Geldes dabei, sondern um Eishockey populär zu machen“, sagt Lee. Das wird definitiv leichter, wenn die deutschen Klubs besser abschneiden als im Vorjahr.