Zwei Spiele lang muss der 1.FC Union jetzt in der zweiten Fußball-Bundesliga auf die Erfahrung von Benjamin Kessel verzichten. Kein schöner Umstand für Trainer Norbert Düwel, ist der 27-Jährige doch der Abwehrchef der Berliner. Aber nach der Roten Karte wegen eines Fouls beim Spiel am Sonntag bei 1860 München wurde Kessel für zwei Partien gesperrt. Doch gerade das 0:0 bei den Bayern zeigte Düwel auch, dass er sich auf die jungen Spieler mehr und mehr verlassen kann.
Bezüglich der Stürmer Steven Skrzybski, 22, Bobby Wood, 22, und Mittelfeldspieler Maximilian Thiel, 22, setzte sich diese Erkenntnis schon länger bei Düwel durch. In München brachte der Trainer erstmals in dieser Saison Eroll Zejnullahu, 20, vor der Abwehr, dafür schaute Routinier Stephan Fürstner, 27, erstmals zu. „Eroll hat im Training und einem Trainingsspiel einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Er war für heute einen Tick besser“, so Düwel. Zejnullahu zog das Spiel in München an sich, stürzte sich in viele Zweikämpfe, von denen er auch viele gewann.
Läuferisch sehr gut dabei
Mit seinen vielen Aktionen sorgte der gebürtige Kosovare dafür, dass bei Union der Ball gut lief, solange die Mannschaft nicht in Unterzahl war. „Ich war sehr zufrieden mit seiner Leistung. Er ist ein sehr schlauer Spieler, der mit dem Ball unheimlich viel anfangen kann und unter Druck nicht den Kopf verliert“, sagt Düwel. Auch läuferisch tat sich Zejnullahu hervor.
Seine Einsatzfreude kam den Kollegen zugute. „Wir wissen natürlich, dass Eroll diese Unbekümmertheit hat. Er hat einfach diese spielerische Lust. Ich glaube, die hat uns gut getan, es war gut, einen spielerischen Baustein zu haben“, so Thiel, der eine generelle Veränderung zur vergangenen Saison beobachtet hat.
Die Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern war auch da schon ausgewogen gewesen, nur passte das nicht ganz zusammen. „Als ich gekommen bin, da haben sich die jungen Spieler fast gar nichts zugetraut. Das hat sich enorm verbessert“, erzählt Thiel. Inzwischen sind die Hemmungen abgelegt, auch jungen Profis fällt es weniger schwer, Verantwortung zu übernehmen. Bislang ließ sich das in keinem Spiel so gut erkennen wie gegen München. „Das war ein Schritt nach vorn“, so Thiel. In der Partie gegen Leipzig am Freitag müssen die Berliner dies bestätigen.
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