Einen schöneren Moment könnte es gar nicht geben. Zwar brachte der bisherige Saisonverlauf etwas Dramatik in die Situation des 1. FC Union. Unnötig, wie viele vielleicht finden könnten. Denn das Warten auf den ersten Sieg macht natürlich keinen Spaß. Dieser Sonntag aber würde sich wiederum besonders eignen, um erstmals zu feiern. Denn Dirk Zingler, der Präsident des Fußball-Zweitligisten, hat Geburtstag, wird 51. Das Warten würde sich insofern lohnen, um ihm ein besonderes Geschenk zu machen.

Spiele boten nicht nur Kritikwürdiges

Zingler war die Woche ein paar Mal am Trainingsplatz, um den Sieg in München ging es dabei aber nicht. Es versteht sich, dass die Mannschaft von Trainer Norbert Düwel so einen Anreiz nicht als Motivationsschub benötigt. Die bisherigen Spiele boten ja nicht nur Kritikwürdiges. „Wir waren bis kurz vor Schluss immer auf der Siegerstraße. Da kann man nicht so viel falsch machen“, so der Trainer. Das Wenige, das ohne Zweifel falsch lief, war Thema der Übungswoche. „Wir haben versucht, dass eine oder andere zu ändern, um diese 90 Minuten durchzustehen und am Ende drei Punkte mitzunehmen“ sagt Düwel, dessen Mannschaft am Sonntag bei 1860 München zum fünften Pflichtspiel der Saison (inklusive Pokal-Aus) antritt.

Dort steht ein Duell der Enttäuschten bevor, beide Klubs gehören in der Liga nach drei Spieltagen zu den fünf Teams, die noch nicht gewinnen konnten. Bei den Berlinern lag das unter anderem an der schwachen Zweikampfquote, daran, dass dem Gegner am Ende zu viel Raum gelassen wurde. Und daran, „dass wir in der Schlussphase den einen oder anderen unerwarteten individuellen Fehler gemacht haben“, so Düwel. Daraus entstand auf dem Platz ein schlechtes Gefühl bei den Berlinern. „Wir haben als Mannschaft noch viel Abstimmungsarbeit vor uns“, sagt Verteidiger Michael Parensen.

Düwel wird den Kader wohl erneut leicht umbauen

Ein Trainingsspiel unter der Woche sollte dabei bereits Fortschritte bringen. Es lieferte jedenfalls Eindrücke, denen zufolge Trainer Düwel den Kader gegenüber dem 2:2 gegen Kaiserslautern in der Vorwoche etwas umbauen wird. Ungern würde er dies bezüglich Maximilian Thiel und Sören Brandy tun, die zuletzt angeschlagen waren, zuvor gegen Lautern aber zu den besten Spielern gehörten und deren Einsatz gegen 1860 wichtig wäre. „Die Chance ist groß in München. Wir fahren guter Dinge dorthin“, sagt Parensen. Dieses Gefühl teilt auch der Trainer: „Der Sieg ist überfällig nach den Leistungen, die wir teilweise gezeigt haben.“

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