Zweimal im Jahr, in der Winter- und Sommerpause, liefert die Webseite transfermarkt.de die Marktwerte der deutschen Profispieler. Dabei gibt es eine Liste von Faktoren, die den Marktwert beeinflussen: Alter, Position, Leistungen. Diese Parameter dienen als Diskussionsgrundlage. „Marktwerte sind nicht mit Ablösesummen gleichzusetzen. Wir wollen mit den Markwerten nicht tatsächlich gezahlte Ablösen vorhersagen, sondern einen Wert abbilden, den der jeweilige Spieler für sich selbst und seinen aktuellen Verein hat“, sagt „transfermarkt.de“-Chefredakteur Tobias Holtkamp.
Die gerade veröffentlichten aktuellen Werte weisen den FC Bayern als großen Verlierer aus. 42 Millionen Euro weniger als noch zu Jahresbeginn ist der Kader wert. Das liegt natürlich auch daran, dass der Meister über das mit Abstand wertvollste Personal (derzeit 526 Millionen Euro) verfügt und die Fallhöhe entsprechend groß ist. Unter den zwölf teuersten Spielern befinden sich allein acht Bayern-Profis. Thomas Müller führt die Liste mit 55 Millionen Euro an, dahinter kommt Robert Lewandowski mit 50 Millionen.
Herbe Wertverluste für ältere Bayern-Profis
Und doch ist es auch ein Resultat der nicht komplett befriedigenden Rückrunde inklusive des Ausscheidens im Halbfinale der Champions League. Zudem haben einige ältere Spieler der Münchener teilweise erhebliche Wertverluste erlitten. Im Ranking der neun größten Marktwertverlierer steht Franck Ribéry, 32, ganz oben, weil er so wenig gespielt hat. Nur 15 Ligapartien (fünf Tore) schaffte der Franzose. Seit dem 11. März fehlt er wegen eines gereizten Sprunggelenks. Demnächst soll er ins Regenerationstraining einsteigen. Alles trug dazu bei, dass der Wert von Ribéry von 32 auf 22 Millionen Euro zurückgestuft wurde.
Gefolgt wird er von Philipp Lahm. Der Bayern-Kapitän, 31, verlor sechs Millionen Euro Marktwert und ist nun ebenfalls 22 Millionen Euro wert. Sein Wertverlust ist am ehesten mit der nicht mehr derart dominanten Rolle im Bayern-Mittelfeld zu erklären. Seine Teamkollegen Mario Götze (45 Millionen Euro), Arjen Robben (28) und Dante (sechs) verloren jeweils fünf Millionen Euro an Wert.
Kevin De Bruyne legt zehn Millionen Euro zu
Gewinner der Neubewertung ist Wolfsburgs Kevin De Bruyne. Ein sattes Plus von zehn Millionen Euro attestiert die Plattform dem Belgier. Zu Recht: Der 24-Jährige stand beim VfL in der vergangenen Saison in allen 34 Bundesligaspielen von Beginn an auf dem Feld. Mit zehn Toren trug er maßgeblich zum zweiten Tabellenplatz bei. Herausragend waren aber die 21 Torvorlagen, die er gab – Ligarekord. De Bruyne hat einen Vertrag bis 2019, nicht zuletzt deshalb dürfte der aktuelle Marktwert von 45 Millionen Euro nur ein grober Anhaltspunkt für Interessenten sein.
Für die beiden Berliner Profiklubs lässt sich folgendes festhalten: Der Bundesliga-Kader von Hertha BSC verlor seit Jahresbeginn rund neun Millionen Euro (momentan 63,8 Millionen), weil hochgehandelte Spieler wie John Heitinga (inzwischen zu Ajax Amsterdam) ihren Wert nahezu halbierten (3,5 Millionen Euro). Aktuell kann vor allem Neuverpflichtung Mitchell Weiser (von 750.000 auf zwei Millionen Euro) die Verluste von Spielern wie Zugang Vladimir Darida (von sieben auf 5,5 Millionen Euro), Johannes van den Bergh (von einer Million auf 600.000 Euro) und Jens Hegeler (von 2,5 auf 1,5 Millionen Euro) ein wenig ausgleichen.
Zweitligist 1. FC Union steigerte den Wert seines Kaders seit Jahresanfang um knapp zehn Prozent auf 15,85 Millionen Euro. Dazu beigetragen haben Zugang Bobby Wood (von 450.000 auf eine Million Euro) oder Kapitän Damir Kreilach (von einer auf 1,3 Millionen Euro). Primus ist hier – wenig überraschend – RB Leipzig, das seinen Marktwert auf nahezu 40 Millionen Euro verdoppelte, mit Davie Selke (fünf Millionen) und Yussuf Poulsen (4,5) auch die wertvollsten Spieler stellt.
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