Zweite Liga

Bei Union Berlin sind nur noch zwei Stellen frei

Union-Trainer Norbert Düwel hat seine Stammelf praktisch gefunden. Auf zwei Positionen tobt jedoch noch der Konkurrenzkampf.

Dennis Daube (r.) dürfte einen Platz in Unions Stammelf sicher haben

Dennis Daube (r.) dürfte einen Platz in Unions Stammelf sicher haben

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin.  Die Mannschaft bekam zwei Tage frei. Das ist in der Endphase der Vorbereitung auf eine Saison nicht immer üblich, im Falle des 1. FC Union nach drei Testspielen in sechs Tagen jedoch nachvollziehbar. Noch einmal können die Profis des Berliner Fußball-zweitligisten Kraft tanken, ehe es am Dienstag in den Ligamodus geht mit der Vorbereitung auf das erste Punktspiel am Sonntag gegen Fortuna Düsseldorf (15.30 Uhr, Alte Försterei).

Zwei Tage, die Trainer Norbert Düwel nicht fehlen werden, um eine schlagkräftige Elf zu finden, die die ersten drei Punkte einfahren soll. Die gelungene Generalprobe gegen den englischen Premier-League-Klub Crystal Palace (2:0 ) hat gezeigt, dass der Coach seine Formation eigentlich schon gefunden hat. Oder anders formuliert: Unions Elf ist eine Neun.

Nimmt man die Eindrücke aus den vergangenen Trainingswochen dazu, sind neun Plätze praktisch vergeben. Selbst auf die Frage, ob Düwel sich inzwischen auf eine Nummer eins festgelegt hat, antwortete der Coach mit einem klaren „Ja“. Nur mitgeteilt hat er es den beiden Kandidaten noch nicht. Und es wäre „fatal, es auch jetzt schon bekannt zu geben“, sagte der Coach.

Die Nummer 1 steht bereits fest

Stattdessen wird das ewige Duell zwischen Daniel Haas und Mohamed Amsif um den Platz im Union-Tor bis kurz vor dem Spieltag fortgeführt. „So eine Konkurrenzsituation soll grundsätzlich ja auch sein“, erklärte der Trainer zufrieden: „Teilweise ist es ja nicht nur ein Zweikampf, sondern sogar ein Dreikampf.“

Das gilt vor allem für die rechte Seite. Dort schien der Ex-Braunschweiger Raffael Korte gesetzt. Sein Muskelfaserriss im Oberschenkel zwang ihn jedoch zur Zwangspause – und verhalf Adrian Nikci zur Chance, sich zu empfehlen. Dies gelang dem Bosnier gegen Hapoel Tel Aviv (2:0) recht ordentlich, gegen Crystal Palace eher nicht.

Das wäre die Chance für Christopher Quiring gewesen, hätte Düwel gegen die Briten nicht Christopher Trimmel aus der Abwehr ins Mittelfeld beordert. Erst in der Schlussphase durfte das Union-Eigengewächs ran.

Skrzybski sammelt Pluspunkte

Apropos Eigengewächs: Für Stürmer Steven Skrzybski konnte der Nachmittag gegen Crystal Palace nicht besser laufen. Seine beiden Treffer haben gezeigt, dass der einst als Trainingsweltmeister gebrandmarkte Stürmer an Robustheit, vor allem aber an Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor hinzu gewonnen hat. „Tore schaden nie“, grinste Skrzybski, wohl wissend, dass er weitere Pluspunkte sammeln konnte im Duell mit Collin Quaner.

Der ehemalige Aalener hatte auch angesichts des Trainingsrückstandes von Bobby Wood seinen Platz im Angriff fast schon sicher. Sollte Wood allerdings zu hundert Prozent einsatzbereit sein, wird Düwel wohl seinem absoluten Wunschspieler auch das Vertrauen schenken.

Den zweiten Platz in vorderster Front hat Sören Brandy fest in der Hand. Der Angreifer, mit 30 Jahren inzwischen ältester Feldspieler bei Union (den krebskranken Benjamin Köhler einmal außer Acht gelassen), präsentierte sich in der Vergangenheit nicht immer als Trainingsweltmeister. In den vergangenen Wochen, vor allem im Trainingslager in Bad Kleinkirchheim, lebte Brandy jedoch in diversen Einheiten jenen Einsatzwillen, jene Laufbereitschaft vor, die es brauchen wird, wenn das Ziel Platz eins bis sechs erreicht werden soll.

Fünf Zugänge in der ersten Elf möglich

An der Dreier-Abwehr mit Kämpfer Michael Parensen, dem umsichtigen Benjamin Kessel und dem nimmermüden Trimmel gibt es ebenso wenig zu rütteln wie an Stephan Fürstner als alleinigem Sechser davor. Auch das Mittelfeld mit Kapitän Damir Kreilach und Dennis Daube neben ihm im Zentrum hat sich bewährt. Und auf der linken Seite ist Dauerläufer Maximilian Thiel nur sehr schwer wegzudenken.

Dass mit Kessel, Fürstner, Nikci, Daube und Quaner gleich fünf Zugänge in der Anfangsformation stehen könnten, darf zudem als durchaus bemerkenswert bezeichnet werden.

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