Profiboxen

Trainerlegende Wegner soll Huck zurück zu Sauerland locken

Dank des neuen TV-Vertrags mit Sat.1. gibt es auch für den Cruisergewichts-Weltmeister eine neue Perspektive. Macht der 29-Jährige Profiboxer sich endgültig selbstständig, endet der gemeinsame Weg.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa/Kahnert

Die Aufbruchstimmung bei der offiziellen Bekanntgabe des Vertrages zwischen dem Profi-Boxteam Sauerland und Sat.1 als TV-Partner war in einem Festsaal des Hotel Adlon spürbar. „Die Reise wird eine lange sein“, versprach Manager Kalle Sauerland. Auf „mindestens zwei Jahre mit einer Option“, bezifferte er später die Dauer. „Wir freuen uns darauf, mit Sauerland den Boxsport in Deutschland auf einem hohen Niveau zu halten und darüber hinaus auch international ein neues Kapitel aufzuschlagen“, sagte ProSiebenSat.1-Geschäftsführer Zeljko Karajica. Die Rahmenbedingungen waren bereits bekannt. Mindestens sechs Boxabende im freien TV, darüber hinaus zwei auf Bezahl-Plattformen. Sat.1 tritt als Mitveranstalter auf. Das finanzielle Engagement des Senders liegt aber bei etwa sieben Millionen Euro.

Wortgefecht am Rand

Nur einer war nicht rundum glücklich. Trainer Ulli Wegner vermisst schon jetzt sein Lieblings-Problemkind Marko Huck. Der 29-Jährige will eigene Wege gehen. Momentan noch strittig ist die Laufzeit seines Vertrages mit Sauerland. Huck geht vom 31. Dezember 2014 aus, der Boxstall sieht ihn bis Mai in der Pflicht. Egal wie es ausgeht: Sollte Huck, dem Karajica eine Hintertür offen lässt („Eigentlich haben wir fest auf ihn gezählt“), den Berliner Boxstall endgültig verlassen, darf ihn Ulli Wegner nicht weiter trainieren. „Das ist für mich eine schlimme Situation“, sagte der 72-Jährige, fand aber schnell seinen Humor wieder. „Mit dem neuen Vertrag lasst ihr mir keine Chance zum Aufhören.“

Zu einer kleinen Pöbelei kam es am Rande der Veranstaltung. Sauerland-Neuling Vincent Feigenbutz lehnte sich weit aus dem Fenster. Er sei scharf auf Abrahams Titel „wenn der sich traue“ – so der 19-Jährige. Dem fast 16 Jahre älteren WBO-Weltmeister im Supermittelgewicht entgleisten die Gesichtszüge und mit gefährlich leiser Stimme sagte er in Richtung seines Kollegen: „Wer im Training nicht mal Schläge von Leichtgewichtlern verträgt, sollte nicht so eine große Fresse haben. Du hast doch noch niemanden geschlagen.“