Wasserball

Wasserfreunde Spandau beenden Super-Saison als Meister

2012 war eine perfekte Saison für die Wasserfreunde aus Spandau. Nun feiern sie den 32. Meistertitel - und denken schon an die Zukunft.

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Am Ende war fast alles wie immer. Trainer Nebojsa Novoselac wurde von zwei seiner kräftigsten Spieler ins Becken des Forumbades befördert. Reichlich Sekt spritzte, Nationalspieler Marko Stamm stimmte an: „Deutscher Meister, Deutscher Meister, Spandau 04.“

Zum 32. Mal seit 1979 kommt die beste Wasserball-Mannschaft des Landes aus Berlin, manifestiert durch eine selten klare 3:0-Finalserie über Dauerrivale ASC Duisburg. Das letzte Endspiel endete 11:6 (2:1, 1:0, 4:2, 4:3), zuvor hieß es 13:7 und 14:7.

Auch der DSV-Pokal steht in der Vitrine der Wasserfreunde. Es war eine Saison ohne Niederlage in nationalen Wettbewerben, abgeschlossen mit dem 27. Double der Klubgeschichte.

Nie entstand in der Finalserie der Eindruck, die Westdeutschen könnten die Machtverhältnisse verändern. Vielleicht sammeln sie aber auch schon ihre Kräfte für die Zukunft. „Wenn Duisburg so zusammenbleibt, sind sie nächstes Jahr Favorit“, sagt Spandaus Präsident Hagen Stamm. Denn seinem Verein drohen Einschnitte.

"Wir müssen verjüngen"

Die Nationalspieler Dennis Eidner (zum ASC), Moritz Oeler (vermutlich Italien), Florian Naroska (Cannstatt) und Alexander Tchigir (Karriereende angekündigt) stehen nach dem Sommer nicht mehr zur Verfügung.

„Gleichwertiger Ersatz“, befürchtet Manager Peter Röhle, „wird für sie wohl nicht kommen. Wir müssen verjüngen.“ Hauptsponsor Vattenfall hat seinen Ausstieg angekündigt, im Saisonetat von 450.000 Euro klafft eine Lücke von gut 100.000 Euro.

Auch die Zukunft von Novoselac ist offen. „Ich will Bundestrainer werden“, bestätigte er gestern, noch triefend von seinem Ausflug ins Wasser. Und somit Nachfolger des nach verpasster Olympia-Qualifikation zurückgetretenen Hagen Stamm.

Für eine Übergangszeit könnte der Serbe beide Jobs in Personalunion ausüben, sagte Ewald Voigt-Rademacher, Leiter der Fachsparte Wasserball im DSV: „Aber nur bis zum Sommer 2013.“ Dann muss auch hier eine Lösung gefunden werden.

"Zu 99 Prozent sicher"

Trotzdem wollten sich weder Stamm noch Röhle die Feierstimmung verderben lassen. „Es wird weitergehen, dann eben mit engerem Gürtel“, kündigte der Präsident an, „wir haben doch schon öfter solche Situationen überstanden.“

Röhle sieht es ähnlich: „Unsere jungen Spieler müssen jetzt mehr Verantwortung übernehmen. Wir haben doch schon über Jahrzehnte bewiesen, dass das klappt.“ Was den finanziellen Engpass angeht, hofft Stamm, dass einer der bisherigen Geldgeber seinen Beitrag kräftig aufstockt und zum neuen Hauptsponsor wird.

Am schwierigsten sollte es eigentlich sein, einen Nachfolger des Weltklasse-Torhüters Tchigir zu finden. Oder wird es vielleicht ganz leicht? Auf die Frage, ob dies definitiv sein letztes Wasserballspiel gewesen sei, antworte der 43-Jährige feixend: „Ja sicher. Zu 99 Prozent.“