Pokalsensation

Fußballer des BAK sind Berlins neue Helden

Der Viertligist hat im Pokal Hoffenheim zur Lachnummer gemacht. Morgenpost Online hat die Berliner Mannschaft eine Woche lang begleitet.

Zweiundzwanzig Bälle fliegen über den Rasen. Spieler in blauen Trainingstrikots nehmen ihre Fährte auf, kicken sie mal über Eck und mal direkt zum nächsten Fuß, machen mal große Ausfallschritte und mal kleine Wendungen, während hinter den Büschen auf der Osloer Straße die Autos vorbeirauschen.

Niemand nimmt groß Notiz von der am Dienstagnachmittag in der Hanne-Sobek-Sportanlage trainierenden Fußballmannschaft. Niemand außer Bernado. „Wir haben Hoffenheim geschlagen am Sonnabend“, sagt der Zaungast: „Der Kapitän fährt zu den Ziehungen. Im Oktober gibt's das nächste Pokalspiel.“ Gegner wird der Zweitligist TSV 1860 München sein. Die Spiele der 2. Hauptrunde finden am 30. und 31. Oktober 2012 statt.

Der vielleicht einzige Fan der Mannschaft ist 60 Jahre alt, trägt eine tief ins Gesicht gezogene Kappe und hat sonnengegerbte Haut. „Seit sechs Jahren verfolge ich den Berliner AK. Oberliga, Regionalliga – und jetzt, jetzt sind sie alle kleine Helden“, sagt der Weddinger. Sein Blick streift einen Spieler, der sich mit um die Knie gebundenem Flexband im hockenden Seitwärtsgang über die Tartanbahn müht. „Die trainieren hart“, kommentiert Bernado: „Sieben Mal die Woche, manchmal zwei Mal täglich. Morgens um zehn und nachmittags um drei. Wie Profis.“

Kaum ist der Spieler mit dem Flexband auf der Höhe seines Zuschauers, neckt er ihn: „Unser Edelfan ist wieder da! Gibst du hier jetzt etwa auch Interviews?“ Der Spieler lacht, aber Bernado lässt sich nicht beirren: „Die Jungs waren wirklich überall. In der ARD, beim ZDF – normalerweise kommen um die 200 Zuschauer zu ihren Spielen. Keine richtigen Fans, eher Fußballinteressierte. Aber vielleicht kommen jetzt am Wochenende gegen Zwickau ja mal mehr? 400? 600?“

Der Spieler lacht noch lauter, bis er von seinem Physiotherapeuten zur Räson gerufen wird: „Machste heute noch weiter, oder wars dit jetze?“ Diszipliniert kämpft der Spieler weiter – Schritt für Schritt, gegen den Widerstand.

Wenn David Goliath schlägt

„Ich spiele Fußball, seit ich fünf bin“, sagt der in Neukölln aufgewachsene Metin Cakmak: „Ich wollte immer Profi werden, aber eigentlich hatte ich schon nicht mehr damit gerechnet, dass da noch groß was kommt. Dass aber jetzt so was passiert, das ist...“

Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler findet keine Worte, die Medien schon. Man spricht von einer kleinen Sportsensation: Der unbekannte Regionalligist Berliner Athletik-Klub 07 kickt den Bundesligisten 1899 Hoffenheim in der ersten Runde des DFB-Pokals aus dem Rennen. Und das nicht auf einem wackligen Glückstreffer fußend, sondern klar überlegen auf vier Treffern zu Null.

Cakmak begann das Feuer auf das gegnerische Tor bereits in der dritten Minute und auch Platzwunde und Pressturban hinderten ihn nicht daran, in der 49. Minute noch einen zweiten Treffer zu landen. Seine Kollegen Kruschke und Gerlach machen die Sensation mit jeweils einem Tor komplett. Jubelnd mimen sie Balotelli auf dem Poststadionrasen. David schlug Goliath. Und drei Tage später steht David wieder auf dem Rasen.

„Ich bin jahrelang Taxi gefahren, um es mir leisten zu können, hier zu spielen“, sagt Cakmak nach dem Training in der Hanne-Sobek-Sportanlage. „Für den Fall, dass es mit dem Fußball nicht klappt, hab' ich gerade begonnen, Medieninformatik zu studieren. Aber jetzt...“, Cakmak schüttelt den Kopf.

Der Sportschau-Kommentator Steffen Simon hatte ihn einen Stürmer, wie ihn Hertha oder der 1. FC Union gerade gut brauchen könnten, genannt. „Ich kann das alles immer noch nicht glauben“, sagt er. Nach dem Pokalspiel war er nicht zum Mannschaftsabend in den „Maxxim Club“, sondern nach Mainz ins „Aktuelle Sportstudio“ geflogen. „Dass ich im Fernsehen war, kann nützlich für mich und meine Zukunft sein, oder?“, fragt Cakmak vorsichtig.

Er wohnt bei seinen Eltern in Siemensstadt, ohne ihre Unterstützung könnte er vom Fußball nicht leben. Seine Mutter ist arbeitslos, sein Vater jobbt in einem Spätverkauf. Zum Training kommt er mit ihrem in die Jahre gekommenen BMW, an dessen Bug deutliche Unfallspuren prangen. Viel verdient Cakmak nicht. Für den Pokalspielsieg hatte der 25-köpfige Amateurkader 25.000 Euro Teamprämie ausgehandelt.

„Fußball ist eine gute Möglichkeit, um Kinder von der Straße zu holen und sie zu integrieren“, sagt Mehmet Ali Han, Präsident des Berliner AK. Zum Trainingsschluss ist er in einem weißen SUV auf die Anlage gefahren. Er ist Bauunternehmer. In spitzen Anzugschuhen und mit lässig ins Haar geschobener Gucci-Sonnebrille begrüßt er die Spieler vor der Mannschaftsumkleide.

Stürmer ohne Ausbildungsplatz

„70 Prozent der Eltern unserer Vereinsmitglieder sind arbeitslos und leben von Hartz IV“, sagt der 46-Jährige mit markantem, türkischem Akzent. Drei der BAK-Spieler arbeiten mittlerweile in seinem Betrieb. Der Sportverein, er sei sein soziales Engagement, sagt er.

Seit zehn Jahren ist Han Präsident. Im letzten Jahr benannte er den zwischenzeitlich rein türkischen Berlin Ankaraspor Kubülü wieder in Berliner Athletik-Klub um. Die Kooperation mit der türkischen Hauptstadt war gescheitert. Statt Talente für Ankara zu schmieden, wolle man nun ein Beitrag zur Integration in Berlin leisten. „Wir haben Deutsche, Türken, Polen, Russen, Jugoslawen und andere Nationalitäten in der ersten Herrenmannschaft. Wir sind multikulti, wie Berlin“, sagt der Bauunternehmer, dann dreht er eine Runde, schüttelt Hände und klopft Spielerrücken. „Als ich am Samstag auf der Anzeigentafel gesehen habe, dass es 4:0 steht, habe ich es nicht glauben können“, Han blinzelt: „Steht da wirklich 4:0? Ich dachte, ich träume!“, wiederholt er immer wieder und lacht dann rasselnd.

Wir beschließen die drei Torschützen, beim Feierabend-Umtrunk zu begleiten. „Eh, du sollst nicht mitkommen, Mann. Weil du schwarz bist“, neckt ein Spieler den in Ghana geborenen Stürmer Mießner, als er sich der Gruppe anschließt.

„Meine Mutter wurde aus Deutschland abgeschoben, als sie mit mir im neunten Monat war“, sagt Christian Mießner später im Biergarten eines Dönerimbisses, in dem sich die Spieler zum Feierabend nur Tee und Saft gönnen. Dann heiratet sie seinen Vater, einen Deutschen. Christian Mießner wächst in Hamburg auf, spielt Fußball, macht seinen Hauptschulabschluss, aber er findet keinen Ausbildungsplatz. Mießner spielt weiter Fußball, macht seinen Realschulabschluss, findet wieder keinen Ausbildungsplatz, spielt weiter Fußball. Auch nach seinem Wirtschafts-Fachabitur findet der 25-Jährige keine Stelle. Nach knapp einem Jahr beim schleswig-holsteinischen Oberligisten SV Rugenbergen kickt er nun für den AK. Um seinen Hals hängt ein Rosenkranz. „Ich bete für uns, vor jedem Spiel“, sagt er und rührt in seinem Tee: „Damit wir uns nicht verletzen.“

Trainieren, schlafen, wieder trainieren

Ohne das Okay seiner Familie wäre Mießner nicht nach Berlin gegangen. Er brauche ihren Rückhalt. Schließlich könne es in der Regionalliga immer passieren, dass plötzlich das Budget ausbleibe. Einhelliges Nicken am Tisch.

Trotzdem hat der Sport im Leben der jungen Männer Vorrang. Ihre Ausbildungsberufe sind B-Pläne. Und champagnerreiche Partynächte wie nach dem gewonnenen DFB-Pokalspiel eine Seltenheit. „Nach dem Training pflegen wir uns meistens nur“, sagt Justin Gerlach, der sommersprossige Torschütze des 2:0. „Feierabend heißt heiße Wanne und dann ab ins Bett. Zu mehr ist man nach zweimal Training am Tag nicht mehr in der Lage.“

Auch an diesem Abend wirken die Spieler angeschlagen. „Morgen früh ist aber kein Training“, wirft Mießner ein: „Morgen sind wir ins Abgeordnetenhaus eingeladen.“ Wen sie dort treffen werden? Großes Schulterzucken. Die Namen ein paar bekannter Politiker fallen. Alle sind mit einem Fragezeichen zu versehen. Keiner der Spieler weiß, wer oder was sie im Abgeordnetenhaus erwartet. Aber Cakmak, der ehemalige Taxifahrer, weiß die Adresse.

Am nächsten Tag watet ein ordentlich gegelter, süßlich duftender Kader auf den Berliner Landtag zu. Ein Spieler erzählt, dass er gestern noch bis drei Uhr nachts mit seinem Cousin Tabu gespielt habe. Ein anderer bekennt, immer noch nicht genau zu wissen, was das hier eigentlich solle. Und vor der Sicherheitskontrolle fachsimpelt der Tross in Trikots, ob der schwarze Teamkollege auch eine gültige Aufenthaltsgenehmeinung habe. Die jungen Männer rempeln sich freundschaftlich an. Manch einer macht Fotos mit seinem Smartphone, andere stöhnen über das Treppenlaufen.

Der Klassenausflug ins Berliner Abgeordnetenhaus endet vor Raum 377. Der bildungspolitische Sprecher der Grünen, Özcan Mutlu, empfängt den BAK. „Also doch nicht Wowereit“, kommt aus einer Ecke. Die Spieler setzen sich. Vor ihnen auf den Tischen warten Teller mit belegten Brötchen. Die Blicke der Spieler verraten, dass sie gerne würden, ihre andächtige Körperhaltung hingegen bekennt, dass sie sich nicht trauen – reinzubeißen.

Unterdessen spricht Mutlu vom „Wunder von Moabit“: „Ich habe es leider nur in Ausschnitten im Fernsehen und auf YouTube sehen können, aber was ich gesehen habe, war erstklassig. Berliner Fußball ist mit dem BAK endlich wieder erstklassig. Darauf sind wir stolz. Und besonders freuen wir uns, dass so eine Multikulti-Mannschaft nun bundesweit das Zeichen aussendet, wie wichtig Sport für die Integration ist.“

Doppeltorheld Cakmak und Kapitän Lichte bekommen von Mutlu jeweils ein Buch geschenkt. „Kein schönes Land in dieser Zeit. Das Märchen von der gescheiterten Integration“ heißt es. „Die Antwort auf Sarrazin“, befindet Mutlu. Mehmet Ali Han tritt ans Mikro, bedankt sich mehrfach für die plötzlich zuteil gewordene Aufmerksamkeit und weist darauf hin, dass der Verein finanzielle Unterstützung brauche, um sich weiterzuentwickeln. Auch ein Vereinskasino fehle dem Berliner AK am Poststadion. Man könne sich abends nicht mal zusammensetzen.

Auf dem Flur des Abgeordnetenhauses wendet Cakmak sein neues Buch zwischen den Händen. Wird er es lesen? „Och doch, ja“, sagt der zweifache Torschütze. „Mal gucken. Eigentlich lese ich keine Bücher, nur Tageszeitungen.“ Eine deutsche hat er abonniert, eine türkische Tageszeitung lese er ebenso regelmäßig. Wie er die ständigen Hautfarben- und Vaterlands-Sticheleien der Spieler bewerte? „Ach“, sagt Cakmak: „Das sind doch nur Gags. Würden Fremde diese Späße bringen, würde mich das schon stören, aber unter Freunden ist das okay.“

„Das Wunder von Moabit“, wiederholt Torschütze Kevin Kruschke leicht verächtlich. Am Sonntag nach dem Pokalspiel feierte der hagere Lankwitzer seinen 21. Geburtstag. „Ein bisschen übertrieben“, beurteilt er Mutlus Lobeshymne: „Unsere Leistung war schon toll, aber gleich ein Wunder?“, der Stürmer zuckt mit den Schultern: „Wir trainieren halt hart.“

Kruschke ist gelernter Zerspanungsmechaniker. Außer während seiner Ausbildungszeit hat er den erlernten Beruf bisher nie ausgeführt: „Ich hab im letzten Jahr auf der Realschule ein bisschen gefaulenzt, da waren die Fristen für die allermeisten Ausbildungen schon abgelaufen. Zerspanungsmechaniker war noch übrig“, sagt Kruschke zu seiner zweiten Berufswahl, in erster Linie sieht er sich als Fußballer.

Während des Gruppenfotos auf den Treppen des Abgeordnetenhauses versteckt der Mittelfeldspieler seinen belegten Mohnbagel hinter dem Rücken des Spielers, der vor ihm steht. Auch Justin Gerlach zuckt mit den Achseln: „Ich fand Mutlus Worte ganz nett. Aber, ich sag mal, als Sportler interessiert man sich nicht so für Politik.“ Der Sohn eines BSR-Mitarbeiters und einer Krankenpflegerin kommt aus Glienicke/Nordbahn.

Hertha hat geholfen

Aufgewachsen ist Gerlach aber eigentlich bei Hertha BSC. Seit der Oberschule sei er jeden Tag um acht aus dem Haus und erst um 20Uhr wieder nach Hause gekommen. Die Zeit dazwischen füllte ein striktes Programm aus Schule und Jugendfußball. „Abends hab ich dann todmüde Hausaufgaben gemacht“, sagt Gerlach. „Manchmal war ich schon neidisch auf meine Klassenkameraden, die einfach frei hatten, wenn ich Fußball hatte. Aber wenn man nach dem Training, dann wieder auf dem Platz steht, ist man versöhnt.“

Nach der Schule kombiniert er seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann mit dem Fußball. Die Hertha habe ihm das arrangiert, halbtags Ausbildung, halbtags Training. Mit 18 bricht sich der große Rothaarige das rechte Sprunggelenk an, die anschließende OP führt zu einer schweren Blutvergiftung. Es heißt, man müsse sein Bein amputieren. Sieben weitere OPs retten schließlich das Bein des 18-Jährigen. Nach einem Jahr Reha steht Gerlach wieder auf dem Platz.

Als Angestellter zu arbeiten, kann er sich nur schwer vorstellen: „Sicher habe ich nach dem Unfall mal gedacht: Ich hör jetzt auf. Was bringt das denn alles? Aber gerade meine Eltern haben mich immer wieder motiviert und gesagt: Du hast jetzt dein ganzes Leben dafür gearbeitet, du musst jetzt auch weitermachen.“ Der Teamzusammenhalt und die Tatsache, dass im Fußball eigentlich immer alles möglich sei, faszinieren den 22-Jährigen. „Klar hoffe ich, dass durch die ganze Medienberichterstattung jetzt mal das Telefon klingelt“, meint der 1,94 Meter große Abwehrspieler. Bisher sei aber weder ihm noch Cakmak, Kruschke oder Mießner ein Angebot unterbreitet worden. Und wie die beiden anderen Torschützen auch, wohnt Justin Gerlach noch bei seinen Eltern. Von dem Gehalt, das der BAK ihm zahlt, könne er aber ganz gut leben.

Punkt zehn Uhr klackern in der Hanne-Sobek-Sportanlage auch am Donnerstag wieder die Nocken in Richtung Rasen. „Jetzt ist Koordinationstraining angesagt. Heute Nachmittag geht es dann etwas ruhiger zu, da gucken wir uns die Zwickauer in der Videoanalyse an“, erklärt Mießner das Tagesprogramm.

Cakmak lobt Trainer Jens Härtel: „Die Vorbereitung, die er uns ermöglicht, ist in jedem Fall alles andere als amateurhaft. Vor jedem Spiel fährt er raus zu den Gegnern, analysiert sie und gibt uns später über jeden einzelnen Akteur Bescheid. Wahrscheinlich konnten wir Hoffenheim auch deswegen schlagen. Wir hatten in der Analyse schon gesehen, dass sie keine Überflieger sind“, sagt Cakmak.

Die Hoffenheimer seien für den Regionalligisten auch vor der „Pokalklatsche“ keine Vorbilder gewesen. Cakmaks einziges Fußball-Idol heißt Messi und spielt für Barcelona. Der Dortmunder BVB beeindrucke ihn derzeit aber auch. „Die haben einfach diese Spielfreude“, findet auch Kruschke. Einen Großteil ihrer Freizeit verbringen die jungen Männer damit, auf YouTube oder im Sportfernsehen Fußball zu gucken und abzugucken. Am heutigen Morgen lässt der Trainer sie in Zweierreihen auf der Stelle trippeln, sich gegenseitig abklatschen, kurz lossprinten und später hüpfend die Knie hochziehen. Die Choreographie, die die Spieler tanzen, heißt Disziplin.

Gut gerüstet

Der einzige vereinsfremde Zuschauer an diesem Morgen ist wieder Bernado. „Ich hab ihnen die Stullen geschmiert, als sie noch Oberliga waren und bin mit im Bus mitgefahren“, erzählt er heute vom Zaun aus. „Seit sie letztes Jahr in die Regionalliga aufgestiegen sind, darf ich aber nicht mehr in den Bus. Alles ist professioneller geworden“, sagt Bernado. „Hoffentlich stehen sie jetzt nicht zu sehr im Blickfeld der Medien. Nicht, dass sie unter Druck geraten und am Samstag gegen den FSV Zwickau verlieren.“

Nach dem Training startet Metin Cakmak den Motor des elterlichen BMWs. Er wird sich mit drei anderen Spielern in einem Weddinger Café zum Backgammonspiel treffen. Im Radio läuft Metropol FM. „Natürlich lasten nach dem Erfolg jetzt Erwartungen auf uns“, sagt Cakmak: „Wenn wir gegen Zwickau verlieren, ist alles wieder vorbei. Dann ist alles wieder scheiße. Aber das muss ich jetzt ausblenden und mich nur auf das Spiel konzentrieren. Der Rest ist nicht wichtig“, sagt der Mittelfeldspieler, während auf der Rückbank der leere Kindersitz seines fünfjährigen Bruders hin- und herrutscht. Plötzlich dreht Cakmak das Radio lauter. „Die reden über uns“, ruft er. Zweimal fällt sein Name, der geborene Neuköllner strahlt: „Die haben berichtet, dass wir gestern im Abgeordnetenhaus waren.“

Erst im Oktober findet die zweite Runde des DFB-Pokals statt. Cakamk und Kruschke wünschen sich die größtmögliche Herausforderung: Sie würden nur zu gerne gegen Bayern oder Dortmund spielen. „Einfach um mal sagen zu können, dass wir gegen die mal gespielt haben. Auch wenn wir da vermutlich die 4:0-Klatsche kassieren würden“, meint Kruschke. Für das Regionalligaspiel gegen Zwickau fühlt sich das Team dennoch gut gerüstet. Bernado fasst die Erfolgaussichten des Berliner Athletik Klubs 07 treffend zusammen: „Vielleicht gewinnen sie am Samstag, vielleicht spielen sie aber auch unentschieden oder sie verlieren.“ BAK's Edelfan wird beim Heimspiel gegen Zwickau nicht dabei sein können: „Ich hab da Tischtennis“, sagt er.