Saisonstart

Neuer Trainer, neues Glück bei Babelsberg 03

Christian Benbennek löst Dietmar Demuth auf der Trainerbank ab. Und auch sonst hat sich viel getan bei den Babelsbergern.

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Es hat sich viel getan beim SV Babelsberg 03. Zuerst fällt es beim Blick auf die Trainerbank auf. Fünf Jahre lang saß und stand dort Dietmar Demuth, ein Mann, der immer ein bisschen griesgrämig dreinblickte. Sportlich leitete er die Mannschaft des Potsdamer Fußballklubs respektabel, führte sie in die Dritte Liga und hielt sie dort trotz großer finanzieller Probleme. Dennoch wurde sein Vertrag im Mai aufgelöst, deshalb nimmt am Sonnabend, wenn die Nulldreier in Chemnitz in die Saison starten, Christian Benbennek den Platz von Demuth ein.

Der Neue hat bislang kaum Erfahrung im Profibereich, war für die Reservemannschaften von Wolfsburg und Braunschweig zuständig. Dafür hat er aber große Pläne, das Team soll nicht mehr so defensiv agieren, sondern einen neuen, attraktiven und offensiven Stil entwickeln. Er wolle den Zuschauern etwas bieten, so Benbennek. In Babelsberg soll die spielerische Neuausrichtung auch dazu dienen, dem stets formulierten und selten erreichten Ziel näher zu kommen, mehr Besucher ins Stadion zu locken als die durchschnittlich 2500 der vergangenen Saison.

Elf neue Akteure

Wie immer lautet eines der sportlichen Ziele auch diesmal, den Abstieg zu vermeiden. „Wir haben eine engagierte Truppe mit Zukunft beieinander“, erklärt Manager Klaus Brüggemann. Erst am Dienstag nahm der Klub eine weitere Veränderung vor und verpflichtete den 20 Jahre alten Abwehrspieler Aaron Benzel. Der Linksverteidiger kommt vom Regionalligisten Holstein Kiel und unterschrieb in Potsdam einen Zweijahresvertrag. Zuvor löste Babelsberg die bis 2013 datierten Verträge der Abwehrspieler Mateusz Szczur und Mickael Nelson auf; beide haben die Erwartungen nicht erfüllt. „Mit 25 Spielern ist damit der Kader komplett“, sagt Brüggemann. Insgesamt sind elf neue Akteure in Babelsberg engagiert worden, zwölf Spieler verließen den Klub.

Wie stark der Kader letztlich ist, muss sich erweisen. Lediglich 2,2 Millionen für Lizenzspieler stehen Babelsberg zur Verfügung. Das führte bei den Personalien zu einer Ausrichtung an Talenten, lediglich fünf Spieler sind 25 Jahre oder älter, nur einer erreicht davon die 30. Zurück im Team ist auch Süleyman Koc (23), der Mittelfeldspieler, der im Frühjahr 2011 wegen der Beteiligung an mehreren Casino-Überfallen in Berlin verhaftet und im Dezember zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden ist. Koc darf diese im offenen Vollzug verbüßen, Babelsberg bietet ihm eine neue Chance. Und hofft, dass seine fußballerische Entwicklung ebenso wie die der anderen voranschreitet. Denn von den vielen Talenten im Team verspricht sich Nulldrei irgendwann ein paar schöne Transfereinnahmen.