Relegation

Siebeneinhalb Monate Sperre für Hertha-Profi Kobiashvili

So lange wurde noch kein Bundesliga-Spieler gesperrt: Lewan Kobiashvili muss für seinen Angriff auf Schiedsrichter Stark lange büßen.

Rekordstrafe trotz Geständnis des reuigen Sünders: Hertha-Profi Lewan Kobiashvili hat den tätlichen Angriff auf Schiedsrichter Wolfgang Stark zugegeben, und dennoch vom DFB-Sportgericht eine drakonische Sperre erhalten. Der Georgier wurde nach den skandalösen Vorfällen am 15. Mai rund um das Relegations-Rückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und den Berlinern (2:2) zu einer Sperre von siebeneinhalb Monaten bis zum 31. Dezember 2012 verurteilt.

Ursprünglich hatte der Kontrollausschuss eine Strafe von einem Jahr gefordert. Kobiashvili dürfte damit erst wieder in der Rückrunde der kommenden Saison von den Berlinern eingesetzt werden. Hertha kann gegen die Sperre noch Einspruch einlegen. Für siebeneinhalb Monate wurde in der Bundesliga-Geschichte noch nie ein Spieler wegen einer Tätlichkeit aus dem Verkehr gezogen. Timo Konietzka hatte in der Saison 1966/67 eine Sperre von sechs Monaten erhalten.

„Bei der Bemessung der Sperre für Lewan Kobiaschvili wurde insbesondere sein Geständnis berücksichtigt, das auch auf das Strafverfahren und einen möglichen Zivilrechtsstreit ausstrahlen kann. Im Übrigen erleidet der Spieler durch die Sperre hohe Einkommensverluste“, sagte Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts.

Stark hatte Kobiaschvili noch in der Schiedsrichterkabine wegen Körperverletzung angezeigt. Der Unparteiische aus Ergolding erlitt einen Bluterguss im Nackenbereich.

Kraft fehlt vier Spiele, Mijatovic drei

Die Hertha-Akteure Thomas Kraft und Andre Mijatovic wurden wegen Schiedsrichterbeleidigung für vier beziehungsweise drei Spiele gesperrt. Das Urteil gegen Christian Lell, dem vorgeworfen wird, den Düsseldorfer Assani Lukimya-Mulongoti angespuckt und Stark ebenfalls beleidigt zu haben, steht noch aus und soll in dieser Woche fallen.

„Der Spieler Lewan Kobiaschwili hat mit ausgestreckter Faust in meine Richtung geschlagen. Ich habe mich weggeduckt, bin dann am Hinterkopf getroffen worden. Einzig das Treppengeländer verhinderte einen Sturz, und das wären fünf bis sechs Meter gewesen“, hatte Stark bei der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht gesagt.

Der Unparteiische stellte noch in der Kabine Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen den Georgier. Kobiaschvili, der vom Berliner Ex-Trainer Otto Rehhagel noch als „fairster Spieler seit dem Zweiten Weltkrieg“ bezeichnet worden war, hatte zuvor immer seine Unschuld beteuert.

Doch nicht nur für Kobiaschvili, mit 336 Bundesligaspielen Rekord-Ausländer im deutschen Fußball-Oberhaus, ist die immer noch drakonische Strafe bitter. Auch die Berliner trifft die Strafe nach dem sportlichen Abstieg hart.

Noch auf der Mitgliederversammlung in der vergangenen Woche hatte der umstrittene Manager Michael Preetz den Abwehrspieler als wichtige Stütze für den angepeilten Wiederaufstieg bezeichnet – und dafür Pfiffe und Buhrufe geernet. Zudem sollte auch Torwart Kraft bei der sofortigen Rückkehr in die Bundesliga eine tragende Rolle spielen, zumindest zum Saisonstart ist der ehemalige Bayern-Keeper nur Zuschauer.

Der Düsseldorfer Andreas Lambertz hatte gegen seine Zwei-Spiele-Sperre wegen des Haltens eines Bengalischen Feuers keinen Einspruch eingelegt. Zudem muss er 5000 Euro Starfe bezahlen.

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