DFB-Verhandlung

So wartete Hertha BSC auf die Entscheidung

Das DFB-Sportgericht hat Herthas Protest gegen die Wertung des Relegations-Rückspiels zurückgewiesen. Morgenpost Online war live vor Ort.

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+++ 15.53 Uhr: Hertha wird gegen das Urteil des DFB-Sportgerichts Berufung einlegen. Das erklärte Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt.

+++ 15.17 Uhr: Hertha hat jetzt noch die Möglichkeit, vor dem DFB-Bundesgericht Einspruch einzulegen.

+++ 15.15 Uhr: Gegen die Berliner Profis Lewan Kobiaschwili, Christian Lell, Thomas Kraft und Andre Mijatovic hat der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen eingeleitet. Diese Fälle werden zu einem späteren Zeitpunkt behandelt.

+++ 15.09 Uhr: Das unter skandalösen Umständen zu Ende gegangene Bundesliga-Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC wird nicht wiederholt. Das teilte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes mit. Der Einspruch wurde als unbegründet abgewiesen, sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz.

+++ 15.01 Uhr: Nach Aussage von DFB-Mediendirektor Ralf Köttker wird sich die Verkündung noch ein paar Minuten verzögern, da sich die Richter noch beraten.

+++ 14.47 Uhr: Exakt 13 Minuten vor der geplanten Verkündung treffen nun auch Herthas Vertreter ein. Anwalt Christoph Schickhardt wird flankiert von Präsident Werner Gegenbauer und Manager Michael Preetz. Na, Nerven haben sie zumindest…

+++ 14.31 Uhr: Eine halbe Stunde vor Urteilsverkündung kommt auch Düsseldorfs Anwalt Horst Kletke vor der DFB-Zentrale an. Einen Kommentar gibt es von ihm nicht.

+++ 14.22 Uhr: Fortuna hat übrigens angekündigt, die Fans im Falle einer Strafe für den Platzsturm an den Kosten zu beteiligen. „Wir werden das unter denen aufteilen, die wir ausfindig machen können“, sagte Jäger dem „Express“. „Alle anderen können anonym in einen Pool einzahlen. Dann ist es für den Rest nicht ganz so teuer“, ergänzte er.

+++ 14.15 Uhr: Von der Hertha-Fraktion ist noch immer weit und breit nichts zu sehen. Das Urteil wird übrigens im Raum „Sepp Herberger“ verkündet, in dem auch schon die Hauptverhandlung stattfand.

+++ 14.12 Uhr: Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann hat ein konsequenteres Vorgehen gegen gewalttätige Fußballfans gefordert. „Der Kuschelkurs ist vorbei, nun muss Klartext geredet werden“, sagte der CDU-Politiker am Montag in Hannover und kündigte an, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Innenministerkonferenz Ende des Monats zu setzen. Vor allem die Veranstalter und Fußballvereine müssten künftig stärker in die Pflicht genommen werden, bestehende Regeln wie etwa Verbote von Pyrotechnik im Stadion auch durchzusetzen.

+++ 14.00 Uhr: Die heutige Entscheidung wird zwar wegweisend sein, aber sie ist noch nicht das Ende dieses Prozesses: Beide Parteien haben angekündigt, im Falle einer Niederlage die nächste Instanz anzurufen. Das ist das DFB-Bundesgericht. Theoretisch wäre auch eine zweite Berufung vor dem Schiedsgericht, zumindest in Berlin gilt dieser Schritt aber als eher unwahrscheinlich.

+++ 13.52 Uhr: Fortuna-Geschäftsführer Paul Jäger: „Ich habe ein gutes Gefühl und bin sehr zuversichtlich, dass das DFB-Sportgericht ein gerechtes Urteil fällen wird“. Die Mehrzahl der Beobachter geht derzeit von einer Entscheidung pro Fortuna aus.

+++ 13.42 Uhr: Jäger hatte am Vortag die Diskussion noch einmal kräftig angeheizt. Er kann Herthas Einspruch nicht nachvollziehen: „Wir hätten keinen Einspruch eingelegt, sondern uns einfach nur für die Vorkommnisse nach dem Spiel geschämt“, sagt er. Jäger meinte damit die Vorwürfe gegen einige Hertha-Spieler: Unter anderem soll Levan Kobiashvili Schiedsrichter Wolfgang Stark geschlagen haben, mehrere Profis sollen das Gespann in der Kabine beleidet und bedrängt haben. All das aber ist nicht Gegenstand der heutigen Entscheidung, sondern wird unter der Woche neu verhandelt.

+++ 13.21 Uhr: Die Fortuna macht den Anfang: Geschäftsführer Paul Jäger steigt aus dem Taxi.

+++ 13.15 Uhr: Der Protagonist des Tages, Richter Hans E. Lorenz, wurde bereits in den Räumlichkeiten gesichtet. Vieles spricht dafür, dass das Gericht bereits tagt.

+++ 13.13 Uhr: Selten waren die Juristen so uneins vor einer DFB-Entscheidung wie dieses Mal. Es ist aber auch schwer: Beide Klubs haben gute Argumente auf ihrer Seite. Hertha beruft sich auf den Pargrafen 17, 2 b der Rechts- und Verfahrensordnung. Darin wird ein Einspruch gegen die Spielwertung mit einer unabwendbaren Schwächung eines Teams begründet. Hertha sieht diese Schwächung durch eine Verängstigung der Spieler nach dem Platzsturm gegeben. Außerdem argumentiert die Berliner Seite, das Spielfeld habe bei Wiederanpfiff nicht mehr den Statuten entsprochen, weil Eckfahnen und Elfmeterpunkte fehlte. Die Düsseldorfer berufen sich dagegen auf die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters, der das Spiel nach eingehender Beratung wieder angepfiffen hatte.

+++ 13.11 Uhr: DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock schlendert als erster Offizieller über das Gelände der Zentrale an der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise. Er macht einen angespannten Eindruck. Kein Wunder: In nicht einmal mehr zwei Stunden ist klar, ob der Einspruch von Hertha BSC gegen das Relegations-Rückspiel gegen Fortuna Düsseldorf Erfolg hat oder nicht. Die Entscheidung wird so oder so weitreichende Konsequenzen für Fußball-Deutschland haben.

Dokumentation: So lief die Verhandlung am vergangenen Freitag