Hertha gegen Fortuna

Urteile der Presse über die Verhandlung beim Sportgericht

| Lesedauer: 4 Minuten

Die Verhandlung über Herthas Einspruch gegen das Düsseldorf-Spiel ist auf Montag vertagt. Morgenpost Online mit Pressestimmen dazu.

Die Vorgänge rund um das zweite Relegationsspiel zwischen Hertha BSC und Fortuna Düsseldorf haben viele Diskussionen in ganz Deutschland ausgelöst.

Welt Online: Weder Hertha BSC noch Fortuna Düsseldorf gehören in die Bundesliga. Um aggressive Fußballfans in ihre Grenzen zu weisen, sind harte Schnitte notwendig. Das ist die Lehre aus dem Chaos von Düsseldorf. Regelverstöße werden nicht mehr geduldet. Nicht auf dem Platz, nicht im Stadion. Man kann Spiele abbrechen, schon wenn das erste Bengalo brennt; die Punkte bekommt dann eben der Gegner.

Süddeutsche Zeitung: Die Kernfrage dieser Verhandlung, ob es ein Wiederholungsspiel geben könne, war mit Starks massiven Anklagen gegen eine Reihe Berliner Profis bereits in den Hintergrund gerückt.

zdf.de: Die Entscheidung des DFB-Sportgerichts und – im erwartbaren Revisionsfall – des DFB-Bundesgerichts wird wegweisenden Charakter haben. Was sind sie wert bei derart wichtigen und brisanten Spielen, die Regeln von DFB und DFL, nach denen sich während des Spiels niemand außer den direkt Beteiligten am Spielfeldrand oder hinter dem Tor aufhalten darf, einem ordnungsgemäßen Spielbetrieb zuliebe? Der Hertha-Anwalt hat in brillanter Weise argumentiert, warum dem Einspruch der Berliner gegen die Spielwertung stattzugeben sei, mag es auch nur noch um 90 Sekunden Spielzeit gegangen sein, und mag eine mögliche psychisch-moralische Schwächung der Spieler auch objektiv nicht nachweisbar sein.

Berliner Kurier: Erste Tendenz: Hertha könnte mit der Klage Erfolg haben, denn es kamen immer mehr Details an Tageslicht, die belegen, dass kein normales Spiel wegen des Platzsturmes der Fortuna-Fans möglich war.

Westdeutsche Allgemeine Zeitung: Der Freitag in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes an der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt war schlimmer als ein Krimi auf dem Rasen. Dass der Ordnungsdienst nicht im besten Licht stand, war fast einziger Minuspunkt für die Fortuna. Sollte das Sportgericht am Montag die Wertung des 2:2 nicht anfechten, könnte Hertha in die Berufung gehen. Und das DFB-Bundesgericht anrufen. Dann wäre die nächste, ärgerliche, vermutlich wieder erfolglose Nachspielzeit fällig.

Rheinische Post: Aussagen aus dem Umfeld des DFB sprechen aber dafür, dass es nicht zu einem Wiederholungsspiel kommt. Auch vor Gericht präsentierte sich Hertha wie ein Absteiger. Die Verhandlung zeigte, dass es nicht nur auf den Rängen Menschen gibt, die nicht wissen, wo die Grenzen liegen.

Bild: Fußball-Deutschland muss bis Montag auf ein Urteil warten. Weil der Richter nach München wollte.

Tagesspiegel: Es bleibt etwas Peinliches, Schamvolles, Unsportliches hängen. Das Gejammer der Spieler einerseits, die Behauptung von Todesangst, und auf der anderen Seite die Aussagen des Schiedsrichters, von ebenjenen Spielern geschlagen und frech beleidigt worden zu sein, dann die Bengalowürfe aus dem Hertha-Block auf den Platz – so will man nicht wirklich gewinnen, schon gar nicht am grünen Tisch. Und doch war kaum etwas anderes möglich für die Führung des Vereins, als Einspruch einzulegen gegen die Wertung des Spiels. Zum einen, weil das Ende so offensichtlich irregulär war, so gefährlich, zum anderen, weil nicht nur Spieler nicht aufgeben sollten, sondern auch nicht ihr Unternehmen.

Express: Es gibt gute Nachrichten: Denn nach dem Verhandlungsmarathon in der DFB-Zentrale spricht alles dafür, dass Düsseldorf am Montag auch offiziell zur Bundesligastadt wird. Dass es nicht schon jetzt soweit ist, verdanken wir der Vielzahl von Zeugen, die Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt aufbot. Das sorgte für gepflegte Langeweile, denn im Prinzip erzählten sie alle das Gleiche. Die Berliner hatten von Beginn an einen schweren Stand, weil alle maßgeblichen Zeugen, an vorderster Front das Schiedsrichtergespann, zu Protokoll gaben, dass das Spiel ordnungsgemäß abgewickelt wurde und niemand eine Beeinträchtigung bei Berliner Spielern feststellte.

Alle Hertha-Information im Morgenpost-Online-Blog immerhertha.de – hier

( BMO )