Radsport

Kosten des Sechstagerennens kaum zu stemmen

Der Geschäftsführer des Berliner Sechstagerennens, Heinz Seesing, will die Belastung der Veranstaltung künftig auf mehreren Schultern verteilen. Deshalb will er den Radverband in die Pflicht nehmen.

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Das 101. Berliner Sechstagerennen ist Geschichte, das 102. geht vom 24. bis 29. Januar 2013 über die Bühne. Alles wie gehabt. Und doch dürfte der Start ins neue Veranstaltungsjahrhundert, der mit dem Sieg der australischen Weltmeister Leigh Howard und Cameron Meyer zu Ende gegangen ist, eine Zäsur nach sich ziehen. „Wir müssen daran arbeiten“, so Geschäftsführer Heinz Seesing (74), „dass sich die Verantwortlichkeiten auf mehr Schultern verteilen als bisher. Und wir sollten versuchen, den Kontakt mit den Athleten im Verlauf eines Jahres beständiger aufrechtzuerhalten.“

Ein Hauch von Krise

Die 101. Auflage des Rundenwirbels in Berlin brachte einen Hauch von Krise ins im Grunde immer noch harmonische Miteinander. Kosten und Einnahmen driften aber auseinander. Einen Etat zwischen 2,5 und drei Millionen Euro zu stemmen, erfordert hohe Belastbarkeit der Veranstalter, vor allem aber der Sponsoren und der Zuschauer. Rund 65.000 dürften die Tore des Velodroms in den sechs Nächten passiert haben, eine respektable Anzahl, aber eben weniger als in den Jahren zuvor. Ein Teil des Rückgangs ist der allgemeinen wirtschaftlichen Lage geschuldet.

Unabhängig von diesem nicht zu beeinflussenden Faktor will Heinz Seesing den Bund Deutscher Radfahrer (BDR) mit ins Boot holen. Dessen Athleten profitieren beim Berliner Sechstagerennen sowohl finanziell als auch von fabelhaften Rahmenbedingungen – in diesem Jahr besonders deshalb, weil sie im April in Melbourne um WM-Titel kämpfen und im August die Olympischen Spiele in London anstehen. „Berlin ist nicht zu toppen“, befand Sprint-Sieger Robert Förstemann (Berlin) stellvertretend für seine Kollegen Maximilian Levy (Berlin), Stefan Nimke (Schwerin) und Rene Enders (Erfurt). „Ein Verband hat andere Möglichkeiten der Refinanzierung als wir sie als GmbH haben“, hält Seesing ein vernünftiges Miteinander für geboten. Während sich in Berlin die Manöverkritik in Verbesserungen niederschlagen soll, zieht die Fahrer-Karawane weiter. Bereits ab Donnerstag heißt es in Kopenhagen wieder: Rundengewinn geht vor Punktgewinn.