Handball

Meister HSV Hamburg entlässt Trainer Carlen

Der Handball-Meister HSV Hamburg trennt sich von seinem Trainer Per Carlen. Der Vertrag sollte noch bis 2014 laufen. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.

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Nach einer enttäuschenden Hinrunde hat der deutsche Handball-Meister HSV Hamburg die Reißleine gezogen und sich von Trainer Per Carlen getrennt. Wie die Norddeutschen am Donnerstag auf ihrer Internetseite mitteilten, wird der Schwede zum Jahresende trotz eines Vertrages bis Juni 2014 von seinen Aufgaben entbunden.

Ein Nachfolger steht noch nicht fest, er soll aber während der EM-Pause im Januar gefunden werden. „Wir werden die spielfreie Zeit nutzen, um eine Lösung der Situation zu finden“, sagte HSV-Präsident Martin Schwalb.

Ex-Nationalspieler Schwalb hatte Hamburg in der vergangenen Saison als Trainer zum ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte geführt. Seine Fußstapfen waren für Carlen offenbar zu groß. Derzeit liegt der HSV als Dritter bereits acht Zähler hinter dem verlustpunktfreien Spitzenreiter THW Kiel. Die erfolgreiche Titelverteidigung scheint damit ausgeschlossen.

HSV wenig meisterlich

„Es ist noch nicht der HSV aus dem letzten Jahr - leider. Letztes Jahr hatten wir ein gutes Gefühl. Das ist dieses Jahr nicht immer so“, sagte Nationalspieler und HSV-Kapitän Pascal Hens nach dem Spiel am vergangenen Dienstag gegen FA Göppingen (34:29).

Der HSV präsentierte sich über weite Strecken der Hinrunde wenig meisterlich, das Verletzungspech darf nicht als Ausrede gelten. „Das ist nicht gut genug. Jetzt müssen wir den Fokus darauf legen, dass wir uns für die Champions League im kommenden Jahr qualifizieren“, sagte der dänische Vizeweltmeister Hans Lindberg.

Auch Carlen machte deutlich, dass er die Meisterschaft schon so gut wie abgeschrieben hat. „Das wird ganz schwer. Vielleicht sollten wir jetzt nach einem Champions-League-Platz schauen“, meinte der Schwede. Er kündigte allerdings an, „diesen Riesen-Fehlstart in Ruhe analysieren“ zu wollen.

Beim ersten Spiel im neuen Jahr sitzt Carlen nicht auf der Bank

Dazu kommt es nun nicht mehr. Beim ersten Spiel im neuen Jahr am 8. Februar gegen den Tabellenzweiten Füchse Berlin wird er nicht mehr auf der Bank sitzen.

Vier Niederlagen in 18 Bundesligaspielen waren den HSV-Verantwortlichen zu viel. So viele Pleiten hatte es in der gesamten vergangenen Saison nicht gegeben. Nun gehen die Spekulationen über die Nachfolge des glücklosen Carlen los. Ob Schwalb selber wieder auf die Trainerbank zurückkehren wird, ließ er zunächst offen.

Im Sommer wäre auch Markus Baur zu haben. Der Weltmeister von 2007 teilte am Mittwoch mit, dass er seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim TuS N-Lübbecke nicht verlängern werde.