Handball-Bundesliga

Kiel schlägt den HSV und ist so gut wie Meister

Startrekord ausgebaut: Der THW Kiel gewinnt das Spitzenspiel gegen den HSV Hamburg und feiert damit in der 16. Partie den 16. Sieg. Der Titel scheint vergeben.

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Der THW Kiel kann den Meister-Champagner kaltstellen: In einem am Ende dramatischen Spitzenspiel hat der Tabellenführer den Titelverteidiger HSV Hamburg mit 30:25 (15:12) besiegt und damit seine Vormachtstellung im deutschen Handball unterstrichen. Überragender Akteur war THW-Keeper Thierry Omeyer, der die HSV-Schützen mit seinen Paraden zur Verzweiflung brachte. Beste Torschützen waren der Kieler Momir Ilic mit zehn Treffern sowie Hans Lindberg vom HSV (9).

Kiel baute mit dem Erfolg seinen Startrekord aus und thront nach nunmehr 16 Siegen aus 16 Spielen einsam an der Tabellenspitze. Hamburg, das ohne seinen verletzten Spielmacher Michael Kraus angetreten war, muss nach seiner vierten Pleite sogar um die Champions-League-Qualifikation bangen. Selbst extremes Verletzungspech, wie es die Kieler in der vergangenen Saison ereilt hatte, dürfte an der Vorentscheidung in der Meisterschaft nichts mehr ändern.


HSV-Profi Flohr frustriert

„Wir lassen hinten die Dinger rein und treffen vorne nicht - das sind die Kleinigkeiten, die so ein Spiel entscheiden“, sagte der Hamburger Matthias Flohr frustriert: „Wir müssen jetzt erstmal die Champions-League-Plätze sichern. Darauf müssen wir uns konzentrieren und die Meisterschaft Meisterschaft sein lassen.“

Vor 10.250 Zuschauern in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena demonstrierte der Rekordmeister zunächst seine Stärke. Vor allem in der 5:1-Abwehrformation legten die Kieler den Grundstein für eine schnelle Führung. Etliche Hamburger Würfe landeten im Block, und kam doch mal ein Ball durch, so vereitelte Omeyer die Chancen der Hamburger.

Standing Ovations gab es vom Kieler Publikum bereits nach einer Viertelstunde, als es beim Stand von 9:4 für den THW sogar kurzzeitig nach einer Demontage des HSV aussah. Angetrieben von einem starken Filip Jicha und Kreisläufer Marcus Ahlm zogen die Kieler bis auf 12:6 (22.) davon, ehe der HSV besser ins Spiel kam und bis zur Halbzeit auf drei Tore verkürzen konnte.


Ständig wechselnde Führung

Im zweiten Durchgang gab es zunächst ein völlig anderes Bild: Kiel verlor den Faden, Hamburg schöpfte neue Hoffnung. Vier Tore in Folge brachten den HSV beim 19:18 erstmals in Führung (40.). Es entwickelte sich das erwartete hektische Spitzenspiel mit ständig wechselnder Führung.

Die Entscheidung fiel kurz vor Schluss, als Lindberg beim Stand von 28:25 (57.) für den THW mit seinem Siebenmeter am Pfosten scheiterte, Ilic auf der anderen Seite mit seinem zehnten Treffer zum 29:25 (58.) traf.

Nach dem Kracher in der Liga folgt für beide Teams unter der Woche bereits das nächste Topspiel. Im Achtelfinale des DHB-Pokals tritt Kiel am Mittwoch (19 Uhr/Sport1) bei den Füchsen Berlin an, der HSV spielt am selben Tag (20.45 Uhr/Sport1) bei den Rhein-Neckar Löwen um den Einzug ins Viertelfinale.