"Auszeit"

Warum Marat Safin in der Duma genau richtig ist

Patrick Krull

Foto: picture alliance / dpa / picture alliance / dpa/RIA Nowosti

Im russischen Parlament warten große Aufgaben auf Marat Safin: Der Tennisstar könnte im Kampf gegen den wütenden Mob aufräumen

Zwischen Despoten und Demokraten herrscht Einigkeit über einen wesentlichen Punkt: Jedes Land bekommt den Politiker, den es verdient. Gut, bei Nordkorea müsste man diesbezüglich wohl noch mal in sich gehen. Aber ansonsten gilt: Politik fängt mit P an und hört bei Porno nicht auf.

Wir wissen das seit langem, weit vor Berlusconi machte sich eine gern blank ziehende Blondine in Italiens Parlament breit. Freunde des erotischen Films kannten sie als Cicciolina und aus Klassikern wie etwa „Emanuelas wilder Erdbeermund“. Von ihrer Zeit als Abgeordnete ist allerdings nur hängen geblieben, dass sie sich für Sex ohne Gitter in italienischen Gefängnissen einsetzte und gegen Tierversuche war. Aber immerhin.

Die richtige Wahl zu treffen, ist nicht leicht

Es ist natürlich nicht leicht, die richtige Wahl zu treffen. Nach dem Urnengang in Russland aber sind sie in der Partei sicher, dass der Kandidat aus Nischny Nowgorod der richtige Mann ist. Marat Safin zog in die Duma ein und könnte fortan den aufbegehrenden Mob im Zaum halten.

Er bringt jedenfalls alles mit, was die Putin-Partei jetzt braucht. Auf die Wutbürger trifft ein Wutbürger, sozusagen. Wir halten natürlich zum Volk, räumen dem ehemaligen Ersten der Tenniswelt jedoch große Siegcancen ein.

In seiner Karriere zerstörte er insgesamt 1055 Schläger, und ebenso beeindruckend ist auch das violett-blaue Auge gewesen, mit dem sich Safin nach einer wüsten Discoschlägerei beim Hopman-Cup zeigte. Kurzum: Wir müssen befürchten, dass er bei den Demokratieduseligen aufräumt. Gegen ihn kommt Cicciolina wie eine Nonne daher.