Champions League

Für Bayern ist die Bundesliga zurzeit wichtiger

Verständlich, dass Trainer Heynckes in Manchester einige Stammspieler für die Partie am Sonntag beim VfB Stuttgart schonte. Die Bundesliga hat jetzt Priorität.

Das 0:2 des FC Bayern München bei Manchester City gibt Anlass zur Diskussion. Ist es in Ordnung, dass Trainer Jupp Heynckes in der letzten Vorrundenpartie der Champions League eine B-Elf aufbot?

Aus Sicht der mitgereisten Fans darf die Antwort lauten: nein. Viele von ihnen haben Urlaub genommen, viel Geld für die Reise nach England gezahlt und wollten ihre Stars spielen sehen. Heynckes ist anderer Meinung. Zu Recht: Seiner Mannschaft war der Sieg in Gruppe A schon vor der Partie nicht mehr zunehmen, und Thomas Müller sowie Daniel van Buyten sind erkältet, Arjen Robben und Toni Kroos müssen sogar das Bett hüten. Nach zwei Niederlagen aus den vergangenen drei Ligaspielen darf es in der Liga in diesem Jahr keine weiteren Niederlagen geben. Verständlich, dass Heynckes die Stammspieler für die Partie am Sonntag beim VfB Stuttgart schonte.

Von Wettbewerbungsverzerrung kann keine Rede sein, da der SSC Neapel nicht auf Schützenhilfe der Bayern angewiesen war, um sich für das Achtelfinale zu qualifizieren. Für das Ranking des europäischen Fußballverbands Uefa wäre ein Sieg in Manchester schön gewesen, 800.000 Euro hätte er dem Rekordmeister auch gebracht. Aber drei Punkte am Sonntag sind wichtiger.

Die Bayern konnten sich den durchwachsenen Auftritt gegen City leisten, weil sie den deutschen Fußball in den Wochen zuvor exzellent repräsentiert haben. Trotz der Niederlage hat die Partie Heynckes etwas Wichtiges bewiesen: Dass er im Falle einer Verletzung oder Sperre von Manuel Neuer in Jörg Butt einen zuverlässigen Ersatz hat – der 37-Jährige war bester Bayern-Spieler.

Und noch etwas hat die Partie gezeigt: Dass Heynckes richtig liegt, wenn er die Verpflichtung weiterer Stars als Ziel ausgibt. Der FC Bayern hat sehr gute Spieler in seinen Reihen – ist in der Breite aber noch längst nicht so gut besetzt wie andere europäische Topteams.