Transferpolitik

FC Bayern will keine Jungstars aus Südamerika mehr

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat angekündigt, dass der FC Bayern in Zukunft keine jungen Spieler aus Südamerika mehr verpflichten wird.

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Fußball-Bundesligist Bayern München ändert seine Transferstrategie im Ausland. "Wir werden keinen jungen Spieler aus Südamerika mehr holen, das hat keinen Sinn", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge der "Sport Bild". Darüber hinaus werde der deutsche Rekordmeister das Scouting künftig in Bayern ausweiten. "Darauf liegt das Hauptaugenmerk – und dafür weniger auf anderen Ländern oder Kontinenten", erklärte der 56-Jährige.

Auch von direkten Verpflichtungen aus Südamerika für den Profibereich will der FCB vorerst absehen. In den vergangenen Jahren hatte Bayern junge Spieler wie den Brasilianer Breno , den Argentinier Jose Ernesto Sosa oder den Paraguayer Julio dos Santos für die Profiabteilung verpflichtet. Doch Sosa und dos Santos konnten sich nicht durchsetzen und haben den Verein wieder verlassen. Breno steht zwar noch bei Bayern unter Vertrag, hat sich aber nicht als Stammspieler in der ersten Mannschaft etablieren können. Für die Talentsuche der Bayern in Südamerika war zuletzt Ex-Torjäger Giovane Elber verantwortlich.

Sportdirektor Christian Nerlinger hatte zuletzt in einem '"SZ"-Interview bereits angekündigt, sich "noch intensiver auch um Jugend und Scouting" zu kümmern: "Wir ernten ja gerade im deutschen Fußball die Früchte dessen, was 2001 im Jugendbereich auf den Weg gebracht wurde. Aber wir müssen jetzt den nächsten Schritt machen und in die Tiefe gehen."

Für den FC Bayern sei es laut Nerlinger "elementar wichtig, weiterhin Eigengewächse wie Müller, Lahm, Schweinsteiger, Badstuber, Kroos, Alaba, Contento zu integrieren. Und unsere Jugendarbeit muss wieder führend in Deutschland werden." Den Münchnern waren zuletzt Talente aus Bayern wie etwa Mario Götze, Moritz Leitner und Sven Bender (alle Borussia Dortmund) sowie dessen Zwillingsbruder Lars (Bayer Leverkusen) durch die Lappen gegangen.

Der neue Weg in der Transferpolitik hängt auch mit der Entwicklung der zweiten Mannschaft des Bundesliga-Tabellenführers zusammen. "Ich bin ein Stück weit verärgert über die Entwicklung der letzten anderthalb Jahre", hatte Rummenigge am Sonntag während eines Besuchs beim "FC-Bayern-Fanclub Pressath" gesagt und angekündigt: "Wir werden die Philosophie etwas ändern, denn wir brauchen diese Mannschaft." Bayern München II war Ende der vergangenen Saison aus der dritten Liga in die Regionalliga abgestiegen. Aktuell belegt das Team von Trainer Andries Jonker nach 20 Spieltagen den 12. Platz.

Neuer wünscht sich mehr Nationalspieler für Bayern

Torwart Manuel Neuer wünscht sich eine noch größere Gruppe von deutschen Nationalspielern bei seinem Verein. "Jeder weitere deutsche Nationalspieler tut dem FC Bayern gut", sagte der 25-Jährige der "Sport Bild". Als positives Beispiel nannte er den zu Saisonbeginn von Manchester City zum FCB gewechselten Jerome Boateng: "Bei ihm zeigt sich am besten, wie sehr der Wechsel seine Entwicklung gefördert hat." Derzeit spielen acht deutsche Nationalspieler in den Reihen des Rekordmeisters.

Zuletzt hatte Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge Interesse an Mittelfeldspieler Marco Reus bekundetet, der bislang dreimal für Deutschland aufgelaufen ist. Im Vertrag des 22-Jährigen mit Borussia Mönchengladbach ist angeblich eine Klausel verankert, nach der er den Verein im Sommer für 17,5 Millionen Euro verlassen kann.