Zweiter Fink-Erfolg

Hamburg nach Sieg gegen Nürnberg auf Platz elf

Der HSV hat unter Trainer Thorsten Fink den zweiten Bundesligasieg eingefahren und klettert in der Tabelle. Der Club hingegen steckt mitten im Abstiegskampf.

Die Ovationen ihrer Fans genossen die erleichterten Spieler des Hamburger SV nach dem Sprung vom 15. auf den elften Tabellenplatz sichtlich, doch ihre eigene Zurückhaltung beim Jubel über den 2:0 (1:0)-Sieg gegen den 1. FC Nürnberg ließ die Unzufriedenheit der Hanseaten trotz der Fortsetzung ihres sportlichen Aufschwungs unter Trainer Thorsten Fink schon erahnen.

Der neue Coach hielt dann auch mit seiner Kritik trotz des siebten Pflichtspiels unter seiner Regie ohne Niederlage hintereinander nicht hinterm Berg.

„Wir haben verdient gewonnen, weil wir die Tore gemacht haben. Aber mit unserer Leistung bin ich überhaupt nicht zufrieden, bei Hannover 96 haben wir viel besser gespielt. Das Wichtigste für mich war beim Sieg gegen Nürnberg, dass wir Effektivität bewiesen haben“, sagte der Ex-Profi nach dem Sprung aus dem Tabellenkeller nüchtern .

Umso ärgerlicher war Finks Nürnberger Kollege Dieter Hecking nach der fünften Auswärtsniederlage seines Teams durch Gegentore von Paulo Guerrero (23.) und Marcell Jansen (62.) über den unnötigen Fall auf den 15. Tabellenplatz: „Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gemacht, nur eben wieder nicht die Tore gemacht. Da fehlt uns bei allem Aufwand, den wir betreiben, die Effektivität, dadurch belohnen wir uns nicht.“

Vor 45.473 Zuschauern in der Hamburger WM-Arena am Volkspark erzielte Guerrero für die Gastgeber den Führungstreffer. Der Peruaner setzte sich im Zweikampf robust gegen Timmy Simons durch und überwand Gäste-Torhüter Raphael Schäfer („Trotz der Niederlage haben wir wieder einen Schritt in die richtige Richtung gemacht“) mit einem Flachschuss.

Die Franken hatten allerdings ein Offensivfoul des Südamerikaners gesehen, Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) jedoch erkannte den Treffer an.

Töre legt auf

Für die Entscheidung sorgte Jansen. Geschickt von Gökhan Töre freigespielt, war der Ex-Gladbacher ebenfalls mit einem Flachschuss erfolgreich. Danach war die Partie gelaufen, Nürnberg hätte in der Schlussphase durchaus weitere Gegentore kassieren können, auch wenn bei gelegentlichen Kontern hin und wieder noch einmal Gefährlichkeit aufblitzte.

Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern. Bereits in der neuten Minute vergab Töre in aussichtsreicher Position, vier Minuten später traf Guerrero von der Torraumgrenze nur den rechten Außenpfosten. Danach kam Heckings Mannschaft besser in die Partie, Daniel Didavi stand in der 17. und 20. Minute zweimal dicht vor einem Torerfolg.

Pekhart trifft die Latte

Nach dem Rückstand hingegen ging den Spielfluss bei den Gästen mehr und mehr verloren, bis Tomas Pekhart in der 37. Minute per Kopfball die Oberkante der Querlatte traf.

In der Auftaktviertelstunde der zweiten Halbzeit neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend im Mittelfeld, weitere Torchancen blieben aus. Das änderte sich erst in der 58. Minute, als Pekhart per Kopf nur den linken Außenpfosten des HSV traf.

Fink reagierte 120 Sekunden später und ersetzte den torungefährlichen Koreaner Son Heung Min durch Ivo Ilicevic. Weitere zwei Minuten danach traf Jansen zum 2:0.