Nach vorzeitiger Abreise

Britta Steffen söhnt sich mit Schwimm-Verband aus

Es knirschte hörbar zwischen Britta Steffen und dem Schwimm-Verband. Knapp elf Wochen nach ihrer vorzeitigen WM-Abreise ziehen die Berlinerin und der DSV wieder an einem Strang.

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Britta Steffen und der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) haben ihre Differenzen ausgeräumt. Die Doppel-Olympiasiegerin wird während des Kurzbahn-Weltcups am 22./23. Oktober in Berlin Vertreter der verbandseigenen Deutschen Schwimmjugend treffen. Das ist das Ergebnis eines Gesprächs zwischen Doppel-Weltmeisterin Steffen, ihrem Management und Heimtrainer Norbert Warnatzsch sowie DSV-Leistungssportdirektor Lutz Buschkow in der vergangenen Woche. Darüber hinaus soll Britta Steffen künftig Schirmherrin eines Jugend-Förderprojektes sein. Sie werde sich „administrativ, organisatorisch und finanziell“ einbringen, sagte Steffens Managerin Claudia Lindner am Dienstag.

Konzentration auf Olympia 2012

Die 27 Jahre alte Steffen war im Juli nach enttäuschender Vorlauf-Leistung über 100 Meter Freistil vorzeitig von den Weltmeisterschaften in Shanghai abgereist. Es hatte unterschiedliche Angaben darüber gegeben, wann und wie der DSV über ihre Entscheidung informiert worden war. Eine zunächst vom DSV vorgeschlagene freiwillige Spende an die Sportjugend sowie ein Treffen mit dem Nachwuchs, der das WM-Team in China lautstark angefeuert hatte, soll von Steffen nach Angaben aus Verbandskreisen noch im September abgelehnt worden sein. Das Management bestritt, von diesem DSV-Ansinnen überhaupt Kenntnis gehabt zu haben.

Das Gespräch im Berliner Olympiastützpunkt sei „sehr angenehm“ gewesen, berichtete Managerin Lindner: „Britta hat ihre Ideen vorgestellt und freut sich auf die Aufgabe.“ Nun wolle man gemeinsam mit dem DSV das große Ziel Olympia 2012 angehen. Details von Steffens Funktion sollen im Einvernehmen mit den Beteiligten festgelegt werden. Denkbar sind nach Angaben von Buschkow Patenschaften für den Nachwuchs nach dem Vorbild der Wasserspringer.

Strafe genug durch WM-Pleite

In einer Pressekonferenz Mitte September in Berlin hatte die Doppel-Weltmeisterin von 2009 ihre WM-Abreise damit begründet, sie habe niemandem im Team zur Last fallen wollen. Zudem gab sie öffentlich zu erkennen, künftig wieder so ähnlich handeln zu wollen und offenbarte dabei Kommunikationsstörungen zwischen dem Verband und seiner Vorzeige-Sportlerin. Für eine Sanktion durch den DSV sah Steffen keinen Grund. Sie sei schon genug gestraft durch den enttäuschenden WM-Verlauf. Für ihre Sicht der Dinge – sowie für einen Sponsorentermin – hatte Steffen das dreiwöchige Höhentrainingslager in der spanischen Sierra Nevada unterbrochen.