Nach seinem Selbstmordversuch hat sich Bundesliga-Schiedsrichter Babak Rafati erneut in stationäre Behandlung begeben. Das teile der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag in einer Presseerklärung mit. Darin heißt es, Rafati habe sich nach Angaben seines Anwaltes dazu entschlossen, da „ein bei ihm diagnostiziertes Krankheitsbild, diesen Schritt erforderlich erscheinen lasse“.

Wie lange diese Behandlung andauern soll, sei derzeit noch nicht absehbar. Erst kurz zuvor war Rafati aus dem Krankenhaus in Köln entlassen worden und wieder in seine Heimatstadt Hannover zurückgekehrt.

Laut DFB dankte der 41 Jahre alte Referee dem Verband für „die spürbare Unterstützung“ und formulierte den Wunsch, „in enger Anstimmung mit dem DFB die Vorgangänge ganz in Ruhe aufarbeiten“ zu wollen. Dazu erbat Rafati sich „vor allem Zeit und Geduld“.

Zuvor war ausgeschlossen worden, dass der Selbstmordversuch in Zusammenhang mit einem Wettskandal oder einer Steueraffäre stehen könnte.

Rafati, der am Samstag vor seinem geplanten Einsatz bei der Bundesliga-Partie zwischen dem 1. FC Köln und dem FSV Mainz 05 mit aufgeschnittenen Pulsadern in der Badewanne seines Kölner Hotels aufgefunden worden war, war am Sonntagabend zunächst nach Hause zurückgekehrt. „Ein Psychiater hat ihn beobachtet und untersucht, ob er noch gefährdet ist oder nicht und dann ein Gutachten erstellt“, erklärte Professor Christian Schmidt, der medizinische Geschäftsführer der Klinik in Köln-Holweide, dem Kölner "Express".

Auch die polizeilichen Ermittlungen stehen kurz vor dem Ende. „Wir haben mehrere Hinweise auf einen Suizidversuch. Fremdverschulden kann nach wie vor ausgeschlossen werden“, bestätigte der Kölner Polizeisprecher Andre Faßbender. „Da es sich um keinen strafrechtlichen Aspekt handelt, ist der Fall aus polizeilicher Sicht erledigt. Es ist nun eine Angelegenheit der Mediziner.“

Der DFB will sich zum Thema Rafati erst bei neuen Erkenntnissen wieder äußern. „Erst wollen wir abwarten, bis wir mehr über die Gründe wissen und es Babak besser geht“, sagte Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel (Kyllburg). Zudem gäbe es intern eine Absprache zwischen den im Verband für die Belange der Bundesliga-Schiedsrichter zuständigen Personen, dass sich nur Fandel in der Öffentlichkeit zu diesem Thema äußern werde.

Die Notizzettel, die am Samstag nach Rafatis Verzweiflungstat im Hotelzimmer des Unparteiischen gefunden worden waren, sollten am Montag noch einmal abschließend von Polizeibeamten untersucht werden.

sid/bee