8. Spieltag

Mit dieser Offensive droht Kaiserslautern der Abstieg

Der 1. FC Kaiserslautern hat gegen den VfB Suttgart wieder einmal deutlich demonstriert, warum er die schwächste Offensive der Bundesliga stellt.

Nachdem Stefan Kuntz den schlechtesten Saisonstart der Klubgeschichte miterlebt und zum wiederholten Mal die schwächste Offensive der Fußball-Bundesliga gesehen hatte, nahm der Klubchef des 1. FC Kaiserslautern fast schon emotionslos das böse „A-Wort“ in den Mund. „Wir haben nicht gesagt, dass wir gegen den Abstieg spielen, weil uns nichts anderes eingefallen ist“, sagte der Vorstandsvorsitzende im Anschluss an das 0:2 (0:0) am 8. Spieltag gegen den VfB Stuttgart.

In das bereits drohende Schicksal des dritten Abstiegs nach 1996 und 2006 will sich Kuntz aber nicht ergeben. „Wir sind in einem Tal. Aber wir wussten, dass es unsere schwerste Saison wird. Umso mehr wir arbeiten, umso schneller kommen wir da raus. Das Blatt wird sich sicher wieder wenden“, erklärte der Boss des viermaligen deutschen Meisters, der mit lediglich fünf Punkten sowie fünf mageren Toren im Tabellenkeller vor sich hindümpelt und vor allem im Offensivbereich seine Erstligatauglichkeit bisher nicht unter Beweis stellen konnte.

Immerhin scheinen die ernüchternd wirkenden FCK-Profis zu wissen, was die Stunde nach der Pleite durch die Treffer des deutschen Nationalspielers Cacau (52.) und des Niederländers Khalid Boulahrouz (69.) geschlagen hat. „Wenn wir weiter keine Tore schießen, dann steigen wir ab - das ist doch klar“, sagte Abwehrchef Martin Amedick, dessen chronisch klammer Klub den Verlust der im Sommer abgewanderten Offensivstars Srdjan Lakic, Ivo Ilicevic, Erwin Hoffer und Jan Moravek derzeit nicht kompensieren kann.

Ein Beleg dafür war die kuriose Szene in der 74. Minute, als der israelische Lakic-Ersatz Itay Shechter und der Grieche Kostas Fortounis den Stuttgarter Torwart Sven Ulreich bereits ausgespielt hatten, die große Möglichkeit zum Anschlusstreffer vor 46.186 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion aber dennoch stümperhaft vergaben. „So eine Aktion ist unserer Situation natürlich tödlich“, schimpfte Kapitän Christian Tiffert: „Am Ende habe ich wieder keine Argumente, denn wir haben wieder verloren.“

Der frühere Stuttgarter, der in der 14. Minute selbst eine gute Chance zur Führung nicht nutzen konnte, nahm seine Teamkollegen in die Pflicht. „Wir sind alle gefordert, wir müssen alle eine Schippe drauflegen. Der Kader ist so, wie er ist. Diejenigen, die da sind, müssen treffen“, äußerte der frustrierte, aber noch nicht resignierende Spielmacher: „Diese Saison wird ganz sicher brutal schwer werden. Aber ich werde mich nicht verstecken - und meine Jungs auch nicht.“

Diese Worte dürfte Trainer Marco Kurz gerne gehört haben. Schließlich machte der Coach kein Hehl daraus, dass er nun eine Reaktion von seinen Schützlingen erwartet. „Nur die Spieler können es selbst richten. Das sind Profis, die haben einen ganz angenehmen Job“, sagte der gebürtige Stuttgarter, der allerdings nichts von übertriebener Kritik hält.

„Die mangelhafte Effektivität ist ein Kritikpunkt, ganz klar. Ich würde mir aber sehr viel größere Sorgen machen, wenn wir uns keine Chancen erarbeiten würden“, äußerte Kurz: „Wir haben kein schlechtes Gefühl, weil wir schlecht gespielt haben. Es ist ein beschissenes Gefühl, weil wir wieder keine Tore und keine Punkte haben.“