8. Spieltag

Gladbachs Höhenflug endet bei Kellerkind Freiburg

Die Erfolgsserie von Borussia Mönchengladbach ist nach drei Siegen gerissen. Die Niederlage beim SC Freiburg erstaunte aber weder die Profis noch den Trainer.

Als Marco Reus auf dem Weg zum Mannschaftsbus von den Fans wie ein Sieger gefeiert wurde, hatte der Jungstar von Borussia Mönchengladbach das Ende der Erfolgsserie schon fast abgehakt. „Es ist uns klar, dass wir nicht jeden Gegner in Grund und Boden spielen werden und wir mit Rückschlägen rechnen müssen“, sagte der 22-Jährige nach dem unglücklichen 0:1 (0:1) der Borussen beim SC Freiburg: „Das wirft uns aber nicht um. Wir sind auch nach der letzten Niederlage gegen Schalke zurückgekommen.“

Genau genommen hatten die Gladbacher mit drei Siegen in Folge auf das 0:1 Ende August in Gelsenkirchen reagiert. Nun endete der unerwartete Höhenflug des Überraschungsteams, das sich bis auf den dritten Tabellenplatz hochgearbeitet hat, etwas überraschend in Freiburg. Schließlich hatten die Breisgauer, die durch das erste Saisontor von Johannes Flum (19.) vor 24.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion als glücklicher Sieger den Platz verließen, zuvor drei Pleiten in Folge kassiert.

Für Gladbachs Trainer Lucien Favre kam die Niederlage allerdings nicht allzu überraschend. „Natürlich bin ich nach einem verlorenen Spiel enttäuscht, aber wir spielen insgesamt schon über dem Maximum“, erklärte der Schweizer: „Man darf nicht vergessen, dass wir das Wunder schon geschafft haben. Wir spielen mit der gleichen Mannschaft, mit der wir vor ein paar Monaten ganz knapp die Relegation gegen Bochum gewonnen haben - und wo steht Bochum jetzt? Die haben Probleme in der 2. Liga.“

Der Coach stellte klar, dass es für seinen Klub trotz der 16 Punkte auf dem Konto nur um den Klassenerhalt gehen kann. Allen anderen Ambitionen erteilte Favre eine Absage. „Viele Leute wollen zu viel. Ich habe immer klar gesagt, dass es für uns eine ganz schwere Saison wird. Es gibt keinen Grund, etwas an dieser Aussage zu ändern“, sagte der 53-Jährige.

Immerhin kann Reus wohl endlich seine Nationalmannschafts-Ambitionen in die Tat umsetzen. Der gebürtige Dortmunder, der nach vier verletzungsbedingten Absagen am Freitag erneut von Bundestrainer Joachim Löw berufen worden war, wird am Dienstag endlich zum ersten Mal zur deutschen Auswahl stoßen. „Diesmal ist alles okay. Die Hauptsache ist, dass ich irgendwann mein Debüt feiere“, sagte Reus, der unter den Augen von Löw eine durchwachsene Leistung gezeigt hatte.

Reus belebte zwar das Offensivspiel der Borussen, offenbarte aber wieder einmal Schwächen im Abschluss. So vergab Reus, der laut Favre „den Unterschied ausmachen kann“, in der Nachspielzeit die große Chance zum Ausgleich. An Löw lag es aber wohl nicht. „Ich wusste gar nicht, dass er da ist. Ich habe mich auf mein Spiel konzentriert“, sagte Reus.

Auf ihr Spiel haben sich auch die Freiburger, die nun sieben Zähler auf dem Konto haben, wieder einmal konzentriert. „Die Mannschaft hat sich endlich mit drei Punkten für ihre Leistung belohnt. Das war ganz wichtig für uns“, sagte Trainer Marcus Sorg. Ähnlich sah es Torschütze Flum: „Wir waren in den letzten Wochen nicht unbedingt vom Glück verfolgt. Das Tor war zwar etwas glücklich, aber das spielt überhaupt keine Rolle. Ganz wichtig ist, dass uns der Sieg Selbstvertrauen gibt.“