Nächster Akt

Verlässt Michael Ballack nun Bayer Leverkusen?

Der Star soll angeblich einen Transfer anstreben, Leverkusen dementiert. "Stand jetzt, wird Michael über den 31. August hinaus bei uns spielen", sagt Holzhäuser.

Foto: dapd/DAPD

Spielen durfte er ja nicht. Also musste sich Michael Ballack am Sonntag auf dem Trainingsplatz ins Zeug legen. Ganz im Gegensatz zu den Kollegen, die am Tag zuvor mehr als 70 Minuten in der Partie beim VfB Stuttgart (1:0) auf dem Feld gestanden hatten. Die ließen sich pflegen, während Ballack trainierte. Er tat das sehr engagiert. Wie jemand, der auf dem Absprung steht, wirkte der Mittelfeldspieler nicht.

Genau das aber hatte das ZDF am Abend zuvor gemeldet. Ballack würde, hieß es dort, Leverkusen noch vor dem 31. August verlassen. „Stand jetzt, ist, dass Michael auch über den 31. August hinaus bei Bayer Leverkusen spielen wird“, sagte hingegen Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser auf Anfrage von „Morgenpost Online“.

Allerdings fügte Holzhäuser an: „Ich will nicht ausschließen – und das gilt übrigens für alle Profis hier –, dass wir natürlich anfangen würden nachzudenken, wenn morgen beispielsweise der FC Liverpool käme und uns zehn Millionen Euro für bieten würde. Aber das wird ja nicht passieren.“

Die Debatte um einen möglichen Abgang Ballacks ist der nächste Akt in einem Theaterstück, das seit Monaten für Schlagzeilen sorgt. Bereits in der vergangenen Saison, als Ballack nach einer Verletzung am Sprunggelenk zur Rückrunde wieder genesen war und vom damaligen Trainer Jupp Heynckes dann nicht die gewünschte Einsatzzeit bekam, brodelte es in Leverkusen.

Der Konflikt überlagerte Bayers Sprung in die Champions League. Am Ende schmiss Heynckes die Brocken hin und heuerte beim FC Bayern an. Es war die Herausforderung, die Heynckes reizte. Allerdings war er auch gern Trainer in Leverkusen und wäre es vielleicht noch heute, hätte es eine Lösung im Fall Ballack gegeben.

Wie Heynckes scheint nun auch dessen Nachfolger Robin Dutt Probleme mit der heiklen Personalie zu bekommen. Seit dem Pokal-Aus in Dresden sind die Vorzeichen nicht mehr so gut. 3:0 hatte Bayer beim Zweitligisten geführt, als Ballack nach 63 Minuten zusammen mit Stefan Kießling eingewechselt wurde.

Am Ende stand es 4:3 für den Zweitligisten – und Ballack wurde zum Symbol für die Pleite . Als der 98-malige Nationalspieler in der vergangenen Woche gegen Werder Bremen den Vorzug vor Kapitän Simon Rolfes erhielt, aber Leverkusen erst das Siegtor erzielte, nachdem Rolfes für Ballack eingewechselt wurde, gab es viel Häme.

In Stuttgart gönnte der Trainer seinem prominenten Spieler nur das Warmlaufen in der zweiten Halbzeit, spielen durfte Ballack nicht . „Lars Bender und Simon Rolfes sind sehr gut gestanden und haben ein tolles Spiel gemacht. Deshalb gab es keine Notwendigkeit für einen Wechsel – auch nicht für einen kurzen“, sagte Dutt.

Der Coach versucht, diplomatisch zu sein. Seine Vorgesetzten tun es ihm nach. „Wir gehen damit viel gelassener um, als von außen gedacht wird“, sagte Sportdirektor Rudi Völler: „Es gibt ja auch andere Spieler, die im Moment nicht spielen.“ Völler vertröstete Ballack auf die anstehenden englischen Wochen: „Da wird der eine oder andere froh sein, wenn er mal nicht spielt, weil er ausgepowert ist. Wir brauchen alle, ganz sicher.“

Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser stellte jedoch klar, dass Individualinteressen zweitrangig und nur Siege entscheidend seien.

„Dass Michael sich nicht freut, wenn er nicht spielt, ist doch normal. Es würde mich wundern, wenn es anders wäre“, sagte Holzhäuser und brach eine Lanze für Ballack: „Ich finde es ärgerlich und bedauerlich, dass wir seit Monaten immer wieder auf das Thema Ballack reduziert werden. Michael befeuert das Ganze nicht mal und verhält sich völlig korrekt. Davon kann ich mich immer wieder überzeugen, wenn ich sehe, wie er mit seinen Kollegen umgeht und wie gut er trainiert.“

Zudem fände Holzhäuser es nicht in Ordnung, dass der Fokus ständig auf Ballack gelegt werde. „Das wird ihm und seinen Mitspielern nicht gerecht.“