Auswärtssieg

Leverkusen gewinnt ohne Ballack in Stuttgart

Leverkusen entführt drei Punkte aus Stuttgart. Während VfB-Leihgabe Leno im Bayer-Tor ungeschlagen blieb, patzte Schwaben-Keeper Ulreich. Das nutzte Kießling.

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Dank Stefan Kießling hat Bayer Leverkusen seinen schlechten Saisonstart vergessen gemacht: Vor 53.000 Zuschauern in der neuen Stuttgarter Arena besiegte die Mannschaft von Trainer Robin Dutt nach einem Treffer des Nationalspielers (28.) den VfB Stuttgart verdient mit 1:0 (1:0) und feierte den zweiten Sieg in Folge.

Für die bisher ungeschlagenen Stuttgarter war es im 65. Duell beider Mannschaften die erste Saisonniederlage und zudem der erste Punktverlust im neuen Stadion.

Kießling profitierte in der 28. Minute von einem Fehler des Stuttgarter Schlussmanns Sven Ulreich, der einen Weitschuss von Michal Kadlec unglücklich abprallen ließ. Für den 27-Jährigen war es der neunte Treffer im zwölften Duell mit seinem „Lieblingsgegner“.

Auch Bayer-Keeper Bernd Leno schrieb seine Geschichte: Gegen seinen Heimatverein VfB, den er erst vor zehn Tagen in Richtung Leverkusen verlassen hatte, blieb der 19-Jährige weiterhin ohne Gegentreffer.

„Das Gesicht der letzten Woche haben wir heute wieder gezeigt“, sagte Dutt dem TV-Sender Sky und fügte an: „Alle Achtung, was die Jungs geleistet haben.“

Ganz anders freilich war die Stimmung beim VfB. „Es wird uns nicht umwerfen, aber ärgerlich ist es schon“, sagte VfB-Coach Bruno Labbadia auf der anschließenden Pressekonferenz.

Rolfes für Ballack in der Startformation

Im Duell Michael Ballack gegen Simon Rolfes um den Platz vor der Leverkusener Abwehr hatte der ehemalige Nationalmannschaftskapitän wie erwartet den Kürzeren gezogen. Rolfes, der vergangene Woche beim 1:0 gegen Bremen in der Startformation gefehlt hatte, war vor allem zu Beginn Dreh- und Angelpunkt im Leverkusener Spiel.

Auf den Konkurrenzkampf mit Ballack angesprochen, sagte Rolfes: „Wir haben viele gute Spieler, die wir auch alle benötigen. Jeder ist wichtig.“

Trotz des besten Saisonstarts seit 15 Jahren (vier Punkte nach zwei Spielen) agierte die seit vier Partien unveränderte Stuttgarter Mannschaft von Beginn an nicht besonders selbstbewusst.

Leverkusen versuchte daher, das Spiel in die Hand zu nehmen und erarbeitete sich viel Ballbesitz, aber zunächst wenige Chancen. Die erste gefährliche Aktion war daher ein Standard: Den Freistoß aus 25 Metern von Renato Augusto konnte VfB-Keeper Sven Ulreich jedoch ins Halbfeld fausten.

Kießling trifft nach Ulreich-Fehler

In ein kurzes Aufbäumen des VfB fiel das erste Gegentor in der neuen Arena. Nachdem Leno eine Flanke von Cacau entschärfte (16.), Khalid Boulahrouz alleinstehend verzog (20.) und Martin Harnik aus zehn Metern in den Himmel schoss (23.), nutzte Nationalspieler Kießling die Gunst der Stunde. Nach einem Versuch von Kadlec aus rund 30 Metern ließ Ulreich unglücklich abprallen, Kießling reagierte schnell und netzte aus sechs Metern zum verdienten 1:0 ein.

In der Folge versuchte der VfB mehr nach vorne, wirkte aber gegen eine stabile Leverkusener Abwehr weiterhin behäbig. Cacau köpfte bedrängt drüber (38.), die beste Chance vor dem Seitenwechsel hatte wieder die Werkself: Neuzugang Andre Schürrle zeigte ein starkes Solo, seinen Schuss von der Strafraumgrenze konnte der weiterhin unsicher wirkende Ulreich aber mit Mühe parieren (33.).

Zumindest aus der Pause aber kam Stuttgart mit mehr Schwung, zeigte mehr Kombinationsspiel, wurde aber immer wieder von den Leverkusenern gestört. Die zunächst beste Chance hatte wiederum Sidney Sam auf der Gegenseite, sein Flachschuss ging allerdings zwei Meter vorbei (57.).

Den Ausgleich und seinen dritten Saisontreffer auf dem Fuß hatte Cacau in der 68. Minute: Eine Volley-Hereingabe von Harnik verpasste der Nationalspieler um Zentimeter, auch bei der Flanke des eingewechselten Pavel Pogrebnyak kam er ein wenig zu spät (69.). Zwar spielte Stuttgart weiterhin offensiver, ein Tor wollte aber nicht mehr gelingen. Weiterer Wermutstropfen für den VfB: Boulahrouz erhielt in der Nachspielzeit wegen Meckerns die Gelb-Rote-Karte.