Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen drohen in der Vorrunde der Champions League ganz schwere Gegner . Bei der Auslosung am Donnerstag (ab 17.45 Uhr im Morgenpost Online-Liveticker) in Monaco werden die Dortmunder wegen ihres geringen Uefa-Koeffizienten nämlich nur in Lostopf vier mit den schwächsten Mannschaften eingeordnet.

Die Dortmunder hatten in den vergangenen fünf Jahren nur zweimal am Europacup teilgenommen und waren jeweils früh ausgeschieden, Leverkusen kommt in Topf drei.

Vorfreude beim BVB

Somit könnten die Dortmunder schon in der Vorrunde auf den FC Barcelona (Topf eins), Schachtjor Donezk (Topf zwei) und Manchester City (Topf drei) in einer Gruppe treffen. Die BVB-Spieler lassen sich ihre Vorfreude von diesen Aussichten aber nicht nehmen.

„Aus Topf eins und zwei werden wir zwei richtige Knaller bekommen“, sagt Neven Subotic: „Auf die freue ich mich am meisten.“ Dortmunds anderer Innenverteidiger Mats Hummels sagt: „Wir hoffen auf eine tolle Gruppe, in der wir gefordert sind, aber trotzdem eine Chance haben weiterzukommen.“

Eine Gruppe mit Real Madrid, AC Mailand und Manchester City wäre möglich, spekuliert Hummels und gibt sich mutig: „Das würde ich sofort unterschreiben.“

Auf Topteams wie Barcelona, Real Madrid oder Manchester United kann Bayern München in der Vorrunde nicht treffen, weil die Bayern Topf eins mit den stärksten Teams zugeordnet sind. Allerdings ist eine anspruchsvolle Gruppe mit dem FC Valencia (Topf zwei), Zenit St. Petersburg (Topf drei) und dem SSC Neapel (Topf vier) durchaus möglich.

„Einen oder eineinhalb starke Gegner bekommt man in der Gruppenphase immer“, sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes schon am Dienstagabend nach dem erfolgreichen Playoff-Qualifikationsspiel in Zürich (1:0): „Ich hoffe aber, dass uns das Losglück treu bleibt.“ So könnte der Rekordmeister auch Benfica Lissabon, Bate Borissow und Apoel Nikosia zugelost bekommen.

Die Münchner nehmen bereits zum 15. Mal an der Champions League teil.

Bayer Leverkusen hingegen droht wie den Dortmundern eine schwere Gruppe. Die Bayer-Elf wird durch die Qualifikation von Olympique Lyon für die Gruppenphase in Topf drei eingeordnet.

Trainer Robin Dutt nimmt es aber gelassen: „Egal wer kommt, es ist unser Ziel, über die Gruppenphase hinauszukommen.“ Dagegen hat Kapitän Simon Rolfes durchaus einen Wunschgegner: „Barcelona ist das Nonplusultra. Gegen die zu spielen, wäre klasse. Auch wenn die in einer eigenen Liga spielen.“

In einer Gruppe mit dem FC Arsenal, FC Villarreal und Viktoria Pilsen wäre der Einzug ins Achtelfinale gut möglich. Anders sehe das gegen Manchester United, AC Mailand und Trabzonspor aus.

Trabzonspor ersetzt Fenerbahce

Die 32 teilnehmenden Mannschaften werden in der Vorrunde auf acht Gruppen mit je vier Mannschaften aufgeteilt. Der türkische Vizemeister Trabzonspor ersetzt dabei den ausgeschlossenen Titelträger Fenerbahce Istanbul, der kurz zuvor wegen Verwicklungen in einen Manipulationsskandal in der Türkei suspendiert worden war.

Teams aus einem Landesverband, also auch die Bundesligisten, können in der Vorrunde nicht aufeinandertreffen. Die jeweiligen Gruppenersten und -zweiten qualifizieren sich fürs Achtelfinale. Die Partien werden an sechs Spieltagen vom 13./14. September bis zum 6./7. Dezember ausgetragen.

Watzke für anderen Modus

Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat den Setzmodus bei der Auslosung der Vorrundengruppen der Champions League kritisiert.

„Normalerweise kann es nicht sein, dass die beste Mannschaft der Bundesliga in einem der hinteren Töpfe landet“, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung des Deutschen Meisters dem Magazin „kicker“. Die Dortmunder waren wegen ihres geringen Uefa-Koeffizienten diesmal nur Topf vier zugeordnet.

Für die Zukunft fordert Watzke, die Meister der stärksten Länder (Spanien, England, Deutschland, Italien und Frankreich) zu setzen. „Die aktuelle Qualität sollte entscheidend sein“, sagte Watzke.

dapd/fb