Champions League

Robben fit – Bayern gegen Zürich mit allen Stars

Vor dem Hinspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen den FC Zürich trainiert Arjen Robben wieder. Und Ivica Olic sorgte schon in Wolfsburg für Betrieb.

Foto: REUTERS

Nach dem Doppel-Dusel in Wolfsburg sorgt Arjen Robben für noch bessere Bayern-Laune vor dem Millionen-Spiel gegen den FC Zürich. Der Turbo-Dribbler gab am freien Montag für die Stammspieler nach seinen Rücken- und Adduktorenproblemen zumindest im Training schon wieder Vollgas – Trainer Jupp Heynckes kann damit im Playoff-Hinspiel zur Fußball-Champions-League an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/Sat.1 und Sky) personell wieder aus dem Vollen schöpfen.

„Es ist besser, mit einem Sieg in die nächsten Wochen zu gehen. Gerade gegen Zürich haben wir ein extrem wichtiges Spiel für den Verein. Das müssen wir gewinnen“, sagte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger nach dem befreienden 1:0 (0:0) bei der geglückten Generalprobe am Samstag in der Bundesliga beim VfL Wolfsburg.

Ein Schiedsrichter-Geschenk und ein Last-Minute-Treffer von Luiz Gustavo (90.+1) lassen den Rekordmeister spürbar entspannter in K.o.-Spiele gegen den FC Zürich gehen. „Eine gute Mannschaft muss auch Glück haben. Die drei Punkte waren enorm wichtig“, sagte Matchwinner Gustavo, der betonte: „Das war ein Mannschaftssieg, wir haben gekämpft bis zur letzten Minute.“

Der Fußball der Bayern entspricht allerdings noch arg dem dominanten, aber nicht immer zielführenden Ballbesitzspiel von Louis van Gaal. Die Defensive steht unter Heynckes aber schon besser – und auch das Glück wurde in Wolfsburg erzwungen. „Bis der Schiedsrichter abpfeift, musst du kämpfen“, erklärte Schweinsteiger. „Wir haben gut gestanden, ein zu Null tut der Defensivabteilung immer gut“, meinte Nationaltorwart Manuel Neuer, der eine Woche nach seinem Patzer beim 0:1-Fehlstart gegen Gladbach keine Schwäche zeigte.

„Jetzt können wir mit einem guten Gefühl zu Hause gegen Zürich spielen“, betonte Kapitän Philipp Lahm. Der Einzug in die Gruppenphase der Champions League ist aus sportlichen und finanziellen Gründen ein Muss für die Bayern. Heynckes trug darum auch dem Kräfteverschleiß seiner vielen Nationalspieler in der ersten englischen Woche der Saison Rechnung und gönnte den Stammkräften am Montag einen trainingsfreien Tag. „Die Beine sind am Ende schwer geworden“, hatte der Trainer in Wolfsburg erkannt.

Eine spielerische Offenbarung war die Leistung gegen die Mannschaft ihres früheren Trainers Felix Magath jedenfalls nicht. Ohne Robben, dafür aber mit Franck Ribéry, spielten die Bayern ähnlich wie beim Fehlstart gegen Gladbach noch zu statisch und zu ideenlos. „Der Anfang der Saison ist immer schwer“, beschwichtigte Neuzugang Rafinha. „Nach der Auftaktniederlage war es sehr wichtig, hier zu gewinnen“, betonte Heynckes und erklärte die wenig attraktive Spielweise: „Ich lege viel Wert auf Pressing und Defensivverhalten.“

Der Auftritt erinnerte in weiten Teilen an das System seines Vorgängers van Gaal, Tempo, Direktpässe und Ideen fehlen oft noch. Aber entscheidend war für die Münchner das Happy-End: „Die Mannschaft ist für ihre Siegermentalität belohnt worden“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger: „Eine Glanzleistung war es nicht.“

Letztlich bewahrte sogar eine Fehlentscheidung von Schiedsrichter Knut Kircher und seines Assistenten Robert Kempter die Bayern vor einem kapitalen Bundesliga-Fehlstart. Als VfL-Stürmer Patrick Helmes (39.) per Kopf traf, entschied das Gespann auf Abseits. „Das war ein Fehler“, räumte Kircher nach dem Studium der TV-Bilder ein.

Zu spät für Magath. Der VfL-Coach tobte an der Linie und forderte wieder einmal die Einführung technischer Hilfsmittel : „Wenn vier Schiedsrichter nicht in der Lage sind, so eine Szene richtig zu beurteilen, dann wäre es besser, den Video-Beweis einzuführen.“

Ein besonderes Spiel war der Sieg in Wolfsburg für Ivica Olic. Der kroatische Stürmer gab nach neunmonatiger Verletzungspause ein fünfminütiges Pflichtspiel-Comeback. Das reichte, um im Zusammenspiel mit Ribéry das Siegtor von Luiz Gustavo vorzubereiten. „Ich freue mich für Olic. Er kann für Betrieb sorgen“, sagte Heynckes. Neben Robben hat er gegen Zürich noch einen wertvollen „Joker“ parat. „Ich fühle mich immer besser und besser und hoffe, dass ich mehr Minuten bekomme. Wenn ich meine Minuten bekomme, muss ich Gas geben“, sagte Olic am Montag.