Nach Pokalpleite

Magath setzt Schäfer als Wolfsburger Kapitän ab

Schäfer ist nicht mehr Wolfsburger Kapitän. "Nach der Leistung im Pokalspiel sehe ich mich gezwungen, Veränderungen vorzunehmen", sagte Trainer Magath.

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Felix Magath zeigt zwei Tage vor dem Bundesliga-Start des VfL Wolfsburg Anzeichen von Panik: Der Meistertrainer entmachtete am Donnerstag überraschend seinen Kapitän Marcel Schäfer.

Magath reagierte damit auf das blamable Pokalaus beim Viertligisten RB Leipzig und muss vor dem Liga-Start am Samstag beim 1. FC Köln (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) einen Nachfolger benennen. Schäfer, bislang als Musterprofi bekannt, dürfte die Entscheidung mit der Faust in der Tasche zur Kenntnis genommen haben.

„Er hat es sehr gut gemacht in der vergangenen Saison, sonst hätten wir den Klassenerhalt nicht geschafft. Aber nach der Leistung im Pokalspiel sehe ich mich gezwungen, Veränderungen innerhalb der Mannschaft vorzunehmen“, sagte Magath.

Er wolle Schäfer entlasten, erklärte er weiter - es kann aber auch gut sein, dass Schäfer ihm zuletzt ein wenig zu wortstark auftrat.

Gute Karten auf die Nachfolge hat Mittelfeldspieler Josue, der im Meisterjahr 2009 Spielführer war.

Der VfL hatte sich beim 2:3 in Leipzig in der ersten DFB-Pokal-Runde bis auf die Knochen blamiert - obwohl Magath das Finale als Ziel ausgegeben hatte. Schäfer bot wie die Innenverteidiger Simon Kjaer und Marco Russ eine klägliche Vorstellung und hatte großen Anteil daran, dass Leipzigs Torjäger Daniel Frahn die Partie mit einem Dreierpack bereits vor der Pause entscheiden konnte.

Schäfer hatte nach dem Debakel von Leipzig aufhorchen lassen, weil er in ungewohnt scharfer Weise Kritik an seinen Mitspielern übte. „Viele sind nicht kritikfähig“, hatte der Abwehrspieler am Montag gesagt: „Natürlich kann man schlecht spielen, wenn man alles zusammen macht. Aber das haben wir nicht gemacht, und das ist schlecht.“

Der defensive Außenspieler wurde von Magaths Vorgänger Steve McClaren in der Winterpause zum Kapitän ernannt, nachdem Vorgänger Edin Dzeko zu Manchester City in die Premier League gewechselt war.

Noch keinen Vollzug vermelden konnte Magath in Bezug auf mögliche Neuzugänge. Allerdings betonte der 58-Jährige, dass sein Kader vor allem in der Hintermannschaft mit „mit dreieinhalb Innenverteidigern“ dünn besetzt sei. Transfers seien weiterhin gut möglich. Die kolportierten 20 Millionen Euro habe er jedoch nicht zur Verfügung. „Es gab nie ein Gespräch mit dem Aufsichtsrat, dass wir jetzt nach einer Niederlage alles infrage stellen“, sagte Magath.

Keine neue Entwicklung gebe es im Fall Diego. Magath will den ungeliebten Spielmacher weiterhin loswerden. Intressierte Klubs wie Atletico Madrid zögern noch, weil sie wissen, das Wolfsburg den 15-Millionen-Einkauf unbedingt in die Wüste schicken will. „Die anderen Vereine kennen die Situation und versuchen, diese auszunutzen“, sagte Magath.

Trotz des Fehlstarts in Leipzig glaubt Magath fest an eine gute Spielzeit: „Das ist möglich. Wir haben eine gute Mannschaft, auch wenn wir auf allen Positionen sicherlich nicht so gut besetzt sind wie Bayern München, Schalke 04 oder Borussia Dortmund.“ Magath hatte für den Beinahe-Absteiger die Rückkehr in den internationalen Fußball als Ziel anvisiert.