Nach Krawallen

Lichterfelde will Spiel gegen BFC Dynamo absagen

Wichtiges Zeichen gegen Gewalt oder Einknicken vor den Randalierern: Nach den Ausschreitungen beim DFB-Pokalspiel zwischen dem BFC Dynamo und dem 1. FC Kaiserslautern steht die erste Oberliga-Begegnung des DDR-Rekordmeisters auf der Kippe.

Der Lichterfelder FC Berlin, Auftaktgegner des BFC Dynamo in der ersten Oberliga-Begegnung des DDR-Rekordmeisters, erwägt, das Heimspiel am kommenden Sonntag aus Sicherheitsgründen abzusagen. „Es geht nicht nur darum, dass wir Angst haben, das Spiel auszutragen. Sondern auch darum, ein Zeichen zu setzen“, sagte der erste Vorsitzende Olaf Fechner: „Auch in unserem Vorstand gab es zwei Meinungen.“ Eine endgültige Entscheidung solle, so Fechner, soll auf einer Sitzung des Vorstandes am Dienstagabend fallen.

Beim zuständigen Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) sorgte der Vorstoß des Vereins für Kritik. „Es wäre eine Kapitulation vor der Gewalt, wenn wir den Spielbetrieb einstellen“, sagte Vizepräsident Bernd Schultz: „Es gibt intensive Gespräche und wir werden alles tun, damit die Veranstaltung durchgeführt wird. Ich empfehle in der gegenwärtigen Phase keine Absage. Meines Wissens hat es so etwas noch nie gegeben.“

Am vergangenen Samstag hatten in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen den Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern (0:3) rund 300 Anhänger des BFC nach Spielschluss den Gästeblock gestürmt und teilweise mit Stangen auf Lauterer Fans eingeprügelt. Am Ende gab es 18 verletzte Polizisten, zwei von ihnen wurden im Krankenhaus behandelt. 27 Krawallmacher wurden vorläufig festgenommen.

Drastische DFB-Strafe droht

„Es gibt den Verdacht, dass Leute des Sicherheitsdienstes bewusst ein Tor offen gelassen haben, um Krawallmacher in den Block zu lassen“, hatte ein Polizeisprecher erklärt. Maßnahmen des Ordnungsdienstes hätten „zu den Problemen geführt bzw. den Verlauf begünstigt“, hieß es in einer Mitteilung. Der BFC entschuldigte sich für die Vorfälle und stellte eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen „aller in Betracht kommender Straftatbestände“. Dennoch droht dem Verein eine drastische Strafe vonseiten des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB).

„Ich weiß, dass es immer nur einige Wenige sind, die randalieren. Aber wenn von der Gegengerade während der Ausschreitungen 'Auf-die-Fresse-Rufe' kommen, dann ist das ein Zeichen, dass es viele Sympathisanten gibt“, sagte Fechner, der beim Pokalspiel vor Ort war: „Da muss mal etwas passieren.“ In einer Sicherheitsbesprechung war der LFC von den zuständigen Stellen dazu verpflichtet worden, die Fans beider Vereine mit separaten Zugängen und einem fest installierten Zaun zu trennen. Zudem soll ein externer Sicherheitsdienst für das Spiel engagiert werden. „Die zusätzlichen Maßnahmen kosten etwa 2000 Euro mehr. Das ist für einen Verein wie unseren eine Menge Geld“, erklärte Fechner.