15:0 Tore in Testspielen

Warum die Frauen bei der WM unschlagbar sind

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Daniel Stolpe und Patrick Krull

Das letzte Gegentor gab es im Oktober 2010, die Bilanz der Testspiele lautet: vier Siege, 15:0 Tore. Die Gegnerinnen sind ratlos.

Ehe sie nach Hause fuhr, um dort letzte vier freie Tage vor der Fußball-WM der Frauen mit Golf spielen und Wäsche waschen zuzubringen, zog Silvia Neid noch rasch Fazit der nun hinter ihnen liegenden Probephase. Im Mainzer Bruchwegstadion tat die Bundestrainerin das, im Anschluss an das 3:0 (0:0) der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen Norwegen im vierten und letzten Test für das große Turnier. Vier Spiele, vier Siege, 15:0 Tore – eine solche Bilanz legt nahe, dass alles, wirklich alles erfolgreich einstudiert und von den Nationalspielerinnen verinnerlicht worden ist; dass sie auf jede Eventualität vorbereitet sind. Und doch ist ein Makel geblieben, der aber nicht einmal einen Schönheitsfehler darstellt: Wie nur wird die eigene Mannschaft reagieren, wenn sie einmal ein Gegentor kassiert, gar in Rückstand gerät? Da kichert Silvia Neid kokett und sagt: „Das haben wir jetzt nicht getestet – leider.“

Was hätte sie auch tun sollen – etwa befehligen: „Heute lassen wir mal die anderen 1:0 in Führung gehen?“ Nein. Mögen Neid vier Siege, 15 Tore und kein gegnerischer Einschlag rein den Zahlen nach „ehrlich gesagt too much“ sein, so sagt die Bundestrainerin doch auch: „Wir werden mit großem Selbstbewusstsein in das Spiel am Sonntag gehen“ – in die WM-Eröffnung gegen Kanada im Berliner Olympiastadion, von der an es dann heißen wird: Deutschland gegen den Rest der Welt.

Ein Gegentor hat die DFB-Auswahl letztmals im Oktober vergangenen Jahres beim 2:1 gegen Australien hinnehmen müssen, eine Niederlage sogar im März 2010 gegen den Weltraglisten-Ersten USA (2:3). Wer also kann Deutschland schlagen, nur gefährlich werden – so lautet spätestens nach Abschluss der Testphase die über dem folgenden Turnier stehende Frage. Sie lassen ja selbst keinen Zweifel daran, dass sie nach 2003 und 2007 im – so das interne Turn