Diesmal waren es „nur“ etwa 30 Stunden, die das Basketballteam von Alba Berlin unterwegs war. Vor kurzem, von Caserta nach Hause, waren es noch 34 gewesen. Am Sonntagvormittag war man aufgebrochen in Richtung Togliatti in Russland, wo am Dienstag das Eurocupspiel zwischen Krasnye Krylia Samara und Alba (19.45 Uhr MEZ) stattfindet. Mit stundenlanger Verspätung von Tegel gestartet, verpasste Alba den Anschlussflug nach Samara, das Team musste in Moskau übernachten, um dann gestern über Samara und nach einer zweistündigen Busfahrt gegen 17 Uhr einzutreffen.
Viel Aufwand für eine Partie, in der es um nichts mehr geht: Alba steht vor dem letzten Spiel als Gruppensieger fest, Samara ist ausgeschieden. Um nichts? Es geht darum, „sich möglichst gut zu präsentieren“, wie es Albas Teammanager Mithat Demirel ausdrückt. Denn das hat in Albas momentaner Situation eine besondere Wichtigkeit. Nach dem 52:103-Debakel in Bamberg ist die Unruhe groß beim Berliner Basketballklub, Geschäftsführer Marco Baldi hat klar gemacht, dass Mannschaft und Trainerteam unter starker Beobachtung stehen. Auch personelle Konsequenzen wurden angekündigt, sollte sich das Team noch einmal so hängen lassen wie gegen Bamberg.
Wobei Baldi das Spiel in Russland wohl weniger im Auge gehabt hat als die Heimpartien gegen Bremerhaven (26.12., 20 Uhr) und Göttingen (29.12., 20 Uhr). Denn Alba wird heute mit einer besseren B-Mannschaft spielen: Julius Jenkins, Derrick Allen, Tadija Dragicevic und Immanuel McElroy werden geschont und blieben in Berlin. „Das war schon so geplant, als feststand, dass wir als Erster weiter sind“, sagt Demirel. Mit der Klatsche in Bamberg hat der Verzicht auf Jenkins und Co. demnach nichts zu tun. Das Quartett übt währenddessen in Berlin unter Co-Trainer Bobi Mitev. Andere sind mit in Russland: Während Nachwuchsspieler Andreas Seiferth (21) ziemlich fest zum Kader gehört, Joshiko Saibou (20) zum dritten Mal dabei ist, ist es für Joey Ney (18) und Can-Jonathan Kleiner (18) eine Premiere im Alba-Team.
Bamberg bleibt in den Köpfen. „Natürlich nutzen wir die Gelegenheit für viele Gespräche“, sagt Demirel. Gesprächsbedarf gibt es ohne Zweifel jede Menge.
seb




