Bundesliga und Eurocup scheinen für Alba zwei völlig verschiedene Paar Schuhe zu sein. Am Sonnabend wurden Berlins Basketballer in Bamberg noch mit 52:103 gedemütigt, am Dienstag errangen sie im sechsten Spiel des diesjährigen Euro-Wettbewerbs den sechsten Sieg, gewannen bei Krasnye Krylia Samara 72:68 (38:37).
Und das, obwohl Julius Jenkins, Immanuel McElroy, Tadija Dragicevic und Derrick Allen erst gar nicht mit auf die 28-stündige Reise ins russische Togliatti gegangen waren, um stattdessen in Berlin ein besonderes Trainingsprogramm zu absolvieren. Denn die Begegnung war bedeutungslos, da Alba vor dieser letzten Vorrundenpartie Platz eins in der Gruppe H nicht mehr zu nehmen war und Samara die Top 16 nicht mehr erreichen konnte.
„Wir waren zwei Tage unterwegs und vier Spieler aus unserer Starting Five waren nicht dabei. Unter diesen Umständen hatte die Mannschaft diese Aufgabe bravourös gelöst“, sagte Teammanager Mithat Demirel erleichtert. „Alle haben sich voll rein gehangen und sich diesen Sieg mit harter Arbeit verdient.“
Alba trifft jetzt vom 18. Januar bis zum 1. März in Hin- und Rückspielen auf Benetton Treviso (Italien), Panellinios Athen (Griechenland) und Cajasol Sevilla (Spanien).
Die vier Nachwuchsspieler Andreas Seiferth, Joshiko Saibou, Joey Ney und Can-Jonathan Kleiner, die mit im Kader standen, bleiben vorerst auf der Bank. Alba startete mit Marko Marinovic, Bryce Taylor, Lucca Staiger, Sven Schultze und Patrick Femerling in die Partie, in der nach dem Desaster von Bamberg allerdings jeder aufgerufen war, alles zu geben. Besonders eindrucksvoll kam Taylor dieser Aufforderung nach. Albas Guard macht im ersten Viertel elf der 17 Berliner Punkte und war am Ende mit 22 Punkten Berlins bester Werfer. Auf der anderen Seite traf Ex-NBA-Center Primoz Brezec (23 Punkte) fast nach Belieben – 17:21 (10.). Auch im zweiten Viertel konnten sich die Gastgeber gegen Alba 1B nicht absetzen, Taylor brachte sein Team sogar mit 36:35 (19.) in Führung, Yassin Idbihi traf zum Halbzeitstand von 38:37.
Nach der Pause hielt vor allem Staiger die Gastgeber mit Drei-Punkte-Würfen Distanz – 58:54 (30.). Im Schlussviertel lagen die Berliner nur einmal zurück (60:61/35.). Dann aber stellten Schultze und Marinovic den Auswärtssieg sicher, der den in Bamberg geschundenen Seelen gut getan haben dürfte.
Am Sonntag um 20 Uhr hat das Team die nächste Chance zur Wiedergutmachung. Dann sind in der O2 World die Eisbären aus Bremerhaven zu Gast. „Dieses Spiel und auch das danach gegen Göttingen sind extrem wichtig“, sagt Demirel. „Da wollen wir uns so präsentieren, wie es eine Alba-Mannschaft tun muss.“
BMO




