Die Rückreise aus Caserta dauerte wetterbedingt 34 Stunden, die Reise nach Samara 28. Die Basketballer von Alba Berlin hatten bei der Rückkehr aus Russland nur rund eine Stunde Verspätung – das muss ihnen nahezu paradiesisch vorgekommen sein. Zudem hatten die Berliner das letzte Spiel der Eurocup-Hauptrunde bei Krasnye Krylia Samara 72:68 gewonnen. Die Stimmung im Airbus zurück nach Berlin dürfte weit besser gewesen sein als bei der Busfahrt nach der historischen 52:103-Pleite am vergangenen Sonnabend in Bamberg.

„Das stimmt schon“, sagt Team-Manager Mithat Demirel, der mit der Mannschaft nach dem sechsten Sieg im sechsten Spiel um 0.30 Uhr zu Abend aß und fünf Stunden später im Bus zum Flughafen saß. „Wir freuen uns, dass wir mit der Mannschaft, die wir mitgenommen haben, das umsetzen konnten, was wir uns vorgenommen hatten. Mehr aber auch nicht. Bei uns ist keiner euphorisch.“ Obwohl ein Schuss Begeisterung verständlich gewesen wäre, denn Alba war ohne fünf der vermeintlich Besten zu diesem letztlich bedeutungslosen Spiel geflogen.

Hollis Price plagt noch immer seine Adduktorenzerrung, Julius Jenkins, Derrick Allen, Immanuel McElroy und Tadija Dragicevic waren in Berlin geblieben, um mit speziellen Trainingseinheiten zu regenerieren. Aber nach der Demütigung von Bamberg werden größere Lobpreisungen nach Siegen wohl noch etwas länger ausfallen. Vielleicht gilt es ja auch, die Frage aufzuarbeiten, die sich nach Samara stellt, wie gut und unentbehrlich die vermeintlich Besten wirklich sind, wenn es sich im fernen Russland auch ohne sie gewinnen lässt. Zum anderen war von Beginn an klar, dass die Partie in Samara nur eine Zwischenstation zu den Spielen ist, in denen die Mannschaft gefordert sein wird, sich für Bamberg zu rehabilitieren: die beiden Heimspiele gegen Bremerhaven (26.12., 20.Uhr) und Göttingen (29.12., 20.Uhr). Demirel: „Auf diesen beiden Partien liegt unser ganzer Fokus.“