Morgenpost Online: Wie geht es Ihnen nach 21 Kilometern auf den Beinen, Mister Murphy?
Murphy (lacht und seufzt): Meine Frau und ich haben gemeinsam mit unserem Team den Berliner Halbmarathon geschafft! Zwei Stunden, vier Minuten und 30 bis 40 Sekunden. Meine Beine sind nun ein bisschen – wie sagt man – krank.
Morgenpost Online: Ihr erster Halbmarathon?
Murphy: Ja. Ich habe schon den großen Berliner Marathon im letzten September geschafft, auch mit meiner Frau. Das war noch schwerer. Für die 42 Kilometer haben wir auch viel härter und länger trainiert als in diesem Jahr.
Morgenpost Online: Wann haben Sie angefangen zu trainieren?
Murphy: Wir laufen oft gemeinsam, meine Frau und ich, normalerweise aber nur über drei Meilen, also fünf Kilometer. Zur Vorbereitung auf den Halbmarathon haben wir die Strecke in den letzten sechs Wochen immer etwas mehr aufgestockt.
Morgenpost Online: Unter den 25.000 Läufern waren heute auch 70 dabei, die auf Soldaten aufmerksam machen wollten, die bei Auslandseinsätzen traumatisiert worden sind. Bei einem anschließenden Info-Tag haben auch Sie sich beteiligt. Warum?
Murphy: Ich wollte gern dabei sein, um ein Zeichen zu setzen, dass die Belastungen in und nach einem Einsatz ein sehr wichtiges Thema sind – für amerikanische wie auch für deutsche Soldaten und ihre Familien. Ich verbringe sehr viel Zeit mit unseren amerikanischen Militärs, so habe ich automatisch regelmäßigen Kontakt zur Bundeswehr.
Morgenpost Online: Haben Sie auch persönliche Verbindungen zur Armee?
Murphy: Nein, ich habe nie Wehrdienst geleistet – was ich wirklich sehr bedaure. Ich habe aber einen Verwandten, der kam zurück aus Vietnam und hat danach körperlich und mental sehr gelitten.
Morgenpost Online: In den USA bekommen Soldaten in der Öffentlichkeit eine viel größere Wertschätzung entgegen gebracht als in Deutschland. Haben Sie auch den Eindruck?
Murphy: Ich habe gehört, dass in den USA zum Beispiel die Leute auf dem Flughafen klatschen, wenn Soldaten vorbeigehen. Oder dass im Restaurant jemand anders für sie die Rechnung bezahlt. Vielleicht laden die Deutschen ihre Soldaten nicht gerade zum Essen ein; nebenbei gesagt, würde ich mir so etwas durchaus wünschen. Aber ich sehe hier keine negative Einstellung gegenüber Soldaten. Die Jungs verdienen auf jeden Fall die größtmögliche Anerkennung der Gesellschaft, egal in welchem Land.









