Mit diesen Ambitionen wird der 44-Jährige also am Sonntag um 10.45 Uhr an den Start des 31. Vattenfall Berliner Halbmarathons gehen.
Im Vorjahr hatte er nach einer Stunde und 34 Minuten die Ziellinie passiert. "Ich fühle mich in sehr guter Verfassung. Sollte es nicht zu warm werden, dann werde ich es auch packen." Uwe Schröder hatte in den vergangenen Wochen unter Profitrainer Jens Karraß im gemeinsamen Team von Vattenfall und Berliner Morgenpost trainiert.
Karraß, ehemaliger Deutscher Meister über 10 000 Meter, coachte die 15 Läuferinnen und Läufer, gab Tipps, korrigierte, trieb an. Mal lauter vor der ganzen Gruppe, mal in Einzelgesprächen. So auch an mehreren Abenden vor dem großen Lauf am Sonntag.
"Ich achte dank des Trainings mehr auf meine Lauftechnik, teile mir meine Kräfte besser ein und laufe ein konstantes Tempo", sagt Uwe Schröder. "Früher bin ich viel zu schnell losgelaufen. Das passiert mir jetzt nicht mehr." Für den Freitag hat sich der Freizeitsportler absolute Ruhe verordnet, am Sonnabend geht es ein letztes Mal in den Wald. "Ich plane ganz lockere 20 Minuten Training mit ganz wenigen Steigerungsläufen über je 50 bis 100 Meter. Damit will ich noch ein wenig Spannung in den Körper reinbringen."
Die Trainingseinheiten unter Karraß waren den unterschiedlichen Leistungskurven der Sportlerinnen und Sportler angepasst. "Wir haben uns ungefähr 20 Minuten warm gelaufen, Stretching gemacht und dann je nach Leistungsniveau trainiert", sagt Karraß. Ein paar Läufer sind sechsmal 1000 Meter gelaufen. "Mit einem Tempo, das ein klein wenig schneller ist als am Sonntag die 21 mal 1000 Meter", erklärt der ehemalige Deutsche Meister augenzwinkernd. "Wer sich für das Rennen eine Zeit von einer Stunde 45 Minuten gesetzt hat, musste den Kilometer im Training mit 4:45 Minuten laufen. Dann wird das für ihn am Sonntag zu einem Spaziergang", so Karraß weiter. Andere Läuferinnen und Läufer hätten zum Abschluss weniger trainiert. "Ich rede viel mit den Sportlern", sagt der Trainer. "Motivieren, beruhigen und Selbstvertrauen für das Rennen aufbauen sind genauso wichtig."
Norma Lorenz konnte, wie sie sagt, Ausdauer und Tempo verbessern. "Ich habe früher nie Tempoläufe gemacht, hatte keine Abwechslung beim Training und bin allein gelaufen", sagt die Zehlendorferin. "Ich werde in Zukunft bestimmt einmal in der Woche an einer Laufgruppe teilnehmen." Ihr Start am Sonntag ist allerdings noch fraglich. "Ich habe Fußschmerzen. Ich hole mir auf jeden Fall meine Startnummer und gehe zum Start", sagt sie. "Ich habe mich gut vorbereitet und freue mich auf das Rennen. Vielleicht kann ich ja doch mitlaufen."
Für die Tage vor dem Lauf empfiehlt Karraß je nach Leistungsniveau langsames Joggen und für weniger trainierte Läufer auch eine Ruhepause an einem der Tage. Das sei sehr unterschiedlich, sagt er. "Die richtigen Cracks laufen manchmal sogar am Wettkampftag noch mehrere Kilometer vor dem Frühstück", sagt er. "Vor dem Halbmarathon machen sie sich zunächst richtig warm und gehen dann erst an den Start."



