Der seit 1982 ausgetragene "Friedenslauf" hatte dort seinen Start- und Zielbereich, bis er 1990 mit dem im West-Teil der Stadt ausgetragenen Halbmarathon zusammengelegt wurde. In diesem Jahr ist die Startlinie auf Höhe des Kinos International. Über den Alexanderplatz und die Karl-Liebknecht-Straße geht es anschließend zurück auf die gewohnte Stammstrecke. Mit dabei ist dann natürlich auch Klaus Goldammer - der Spezialist für Premieren. Der 58-jährige Berliner gewann vor 30 Jahren den Lichtenberg-Marathon, also jenes Rennen, aus dem dann der "Friedenslauf" entstand, in 2:29:22 Stunden. 1982 siegte er beim ersten großen Volkslauf der DDR in 2:23:57 Stunden. Und dieses Jahr? Da wird ihm Sabrina Mockenhaupt wohl davonlaufen. Die beste deutsche Langstreckenläuferin überquerte schon 2009 als Erste die Ziellinie, im Vorjahr war sie Dritte. Ob sie auf der neuen Strecke auch die Nase vorne behalten kann?

"Es war alles ein bisschen improvisiert. Der Halbmarathon wurde immer größer, und dadurch wurde es im Zielbereich immer enger", erklärt Thomas Steffens, Kommunikationschef des Veranstalters SCC Events, die diesjährige Verlegung des Start- und Zielbereichs. Bisher fiel der Startschuss am Berlin Dom, Schluss war am Roten Rathaus. Passé. Denn nach einer Stunde und 50 Minuten überqueren im Sekundentakt die Läufer dicht gedrängt das Ziel. Zeit messen, Getränke reichen, müde Läuferbeine massieren - "Da geht es richtig ab", sagt Thomas Steffens. Und dafür benötige man eben Platz.

Dieses Jahr ist keine Besserung in Sicht. Zum Glück, wie der Sprecher betont. Bereits eine Woche vor dem offiziellen Anmeldeschluss waren sämtliche Startplätze für Läufer und Walker vergeben. Nachmeldungen sind nicht mehr möglich. 25 500 Teilnehmer gehen am 3. April an den Start. Das ist ein neuer Rekord. Die 21,0975 Kilometer - "eine Distanz, die boomt", freut sich Steffens. Inline-Skater und Bambini-Läufer können allerdings noch Startplätze buchen.

Bananen, Mineralwasser, Powerriegel - vier Verpflegungsstationen versorgen die Läufer auf der Strecke. Die ist übrigens noch ein bisschen schneller geworden, die kleine Steigung in der Bismarckstraße liegt nicht mehr auf der Route. Die Sehenswürdigkeiten sind aber geblieben. Fernsehturm am Alexanderplatz, Berliner Dom, Brandenburger Tor an Kilometer drei, Siegessäule, Schloss Charlottenburg, Gedächtniskirche, Potsdamer Platz an Kilometer 17 - wer dann noch Luft hat, kann kurz vor dem Ziel bei Kilometer 20 das Rote Rathaus bewundern. Die Idee dahinter: "Man muss doch nicht erst einen Marathon laufen, um alle Sehenswürdigkeiten Berlins gesehen zu haben", sagt Thomas Steffens. Die halbe Distanz von 21,0975 Kilometern tut es also auch. Und so zieht das sportliche Großereignis auch bewegungshungrige Touristen aus dem In- und Ausland an. Im nächsten Jahr rechnet Thomas Steffens mit rund 30 000 Anmeldungen. Zeitversetzte Starts sind aber auch dann noch nicht nötig.

Was zu einem gelungenen Sport-Event noch fehlt? "Schönes Wetter. Nicht zu warm und keinen Wind", wünscht sich Thomas Steffens. Damit es auch mit dem Streckenrekord klappt. Der liegt seit 2007 bei knackigen 58:56 Minuten. Damit es nicht an der Ausrüstung scheitert, findet vom 31. März bis 2. April auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof die Sportmesse "Berlin Vital" statt.

Am 4. April erscheint in der Berliner Morgenpost exklusiv die große Beilage zum Halbmarathon "Alle Sieger, alle Läufer, alle Zeiten"