„Gut gewohnt ist halb gewonnen“: Trotz der noch ausstehenden Qualifikation der deutschen Nationalmannschaft für die WM 2010 in Südafrika hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bereits das offizielle Quartier gebucht. Der Vize-Europameister wird für den Fall einer WM-Teilnahme das 5-Sterne-Luxushotel „Velmore Grande“ beziehen. Die Unterkunft liegt rund 50 Kilometer entfernt von Johannesburg und bietet der DFB-Auswahl beste Bedingungen.
„Sobald wir uns qualifiziert haben, ist das unser Quartier. Wir mussten uns jetzt schon entscheiden, denn die Auswahl an Hotels ist nicht so groß wie 2006 in Deutschland. Entscheidend ist, dass wir das Hotel mit seinen 90 Zimmern komplett für uns haben. Es bietet hervorragende Bedingungen“, sagte DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Über die zu erwartenden Kosten wollte Niersbach keine Angaben machen.
Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hatten bereits während des Confed-Cups Ende Juni zwei Nächte in dem Luxus-Hotel verbracht und die Unterkunft für gut befunden. Angelegt ist das „Velmore Grande“ nach Hotel-Angaben an die französische Provence. Der Trakt in dem die Spieler wohnen sollen, befindet sich derzeit allerdings noch im Bau. Die Hotel-Kapelle wird vom DFB zum Fitnessraum umfunktioniert. „Wir liegen voll im Zeitplan. Im November wird Eröffnung gefeiert“, sagte Velmore-Direktor Heinz Mulder.
Sollte sich die DFB-Auswahl nicht für Südafrika qualifizieren, fallen laut DFB-Angaben keine Stornokosten an. Dann würde eine anderes WM-Team das Quartier beziehen. Auch England hatte zuvor Interesse am „Velmore Grande“ in der Provinz Gauteng gezeigt. Der Weltverband Fifa gab aber Deutschland den Zuschlag.
Die direkte Vorbereitung auf die WM wird aber wohl zum Teil in Deutschland stattfinden. Für ein Trainingslager habe es viele Anfragen aus den Nachbarländern Südafrikas gegeben, sagte Bierhoff: „Aber es ist wichtig, dass wir uns vor der WM auch unseren Fans noch einmal präsentieren.“
Damit hat der DFB mit Blick auf die WM 2010 eine große Hürde aus dem Weg geräumt. Denn auch beim Thema Unterkünfte hat die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent ihre eigenen Gesetze. Ursprünglich sollten die so genannten „Base-Camps“ für die 32 Mannschaften über das ganze Land verstreut sein. Doch Südafrika ist zu groß, die WM-Teams müssten lange und vor allem auch teilweise nicht sichere Busreisen zu den Spielen auf sich nehmen, da es nicht genügend Flughäfen gibt. So sollen nun alle Teams in der Provinz Gauteng Quartier beziehen, da der Flughafen und drei WM-Stadien in unmittelbarer Nähe sind.
Dadurch entsteht jedoch das nächste Problem, dass derzeit auch mit dem Weltverband Fifa diskutiert wird. Durch die Nähe der Teams zueinander können nicht mehr vier Trainingsplätze pro Mannschaft an jedem WM-Tag sichergestellt werden. Es kommt zu Überschneidungen, insbesondere in der Vorrunde. „Meistens sind die Teams nicht gleichzeitig vor Ort, weil ja die Spiele stattfinden. Und ich glaube auch, dass zwei Trainingsplätze pro Spiel ausreichen können. Aber wir wissen, dass die Fifa vier Plätze von uns verlangt, deshalb werden wir auch versuchen, alle Anforderungen bis zur WM zu erfüllen“, sagte Irvin Khoza, Präsident des Organisationskomitees von Südafrika.




