Leverkusen

Ballack bepöbelt nach Bayer-Sieg den 1. FC Köln

Nach dem 2:0 über Schalke griff sich der Nationalmannschafts-Kapitän das Megafon und wurde ausfällig. Er ist nicht der erste Fußballstar, der das tat.

Das Spiel war so richtig nach Michael Ballacks Geschmack gewesen. 2:0 (2:0) gegen Schalke 04 gewonnen, nur noch sieben Punkte Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund, und dazu hatte der 34-Jährige endlich selbst wieder einmal eine überzeugende Vorstellung abgeliefert und sogar Lob von Trainer Jupp Heynckes bekommen ("Er hat das Spiel mitgestaltet, er hat gut ausgesehen“).

Die Fans von Bayer Leverkusen feierten ihren Star gebührend und baten Ballack in ihre Kurve, um gemeinsam zu singen. Offensichtlich euphorisierte die Aussicht den 98-maligen Nationalspieler derart, dass er ausfällig wurde.

Nachdem er sich ein Megafon geschnappt und zum Vergnügen der Fans u.a. das übliche "Uffta" angestimmt hatte, wählte Ballack weniger feine Worte. "Scheiß FC Köln", schrie er zur Schmähung des ungeliebten Lokalrivalen vom Rhein in die Flüstertüte, was mit Johlen quittiert wurde, und was einige Anwesende bei YouTube dokumentierten (siehe Video). "Sie haben nach Michael gerufen – da hat er halt ein bisschen mit ihnen gefeiert", sagte Teamkollege Simon Rolfes hinterher gegenüber "Liga total".

Ballack ist nicht der erste Bundesliga-Star, der in der Fankurve ausfällig wurde. In Erinnerung ist beispielsweise noch der peinliche Megaphon-Auftritte des Bremers Tim Wiese, der für sein Gegröle im Mai 2009 in Richtung des Hamburger Nord-Rivalen ("Scheiß HSV") 8000 Geldstrafe vom Deutschen Fußball-Bund aufgebrummt bekam. Der Kontrollausschuiss hatte gar 10.000 Euro Strafe gefordert. Es sei "mit der Vorbildfunktion eines Nationalspielers nicht zu vereinbaren, dass er einen in den vergangenen Wochen mehrmals besiegten Gegner in dieser Weise verhöhnt", begründete Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, das Einzelrichter-Urteil.

Und auch Gerald Asamoah musste sich nach seinen Beschimpfungen gegenüber Bayern München entschuldigen. Nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale 2005 hatte der damalige Schalker vor Tausenden Fans singend empfohlen: "Schiebt den Bayern die Schale in den A...!" Asamoah rechtfertigte sich hinterher mit den Worten: "Wir haben mächtig gefeiert und mächtig getrunken – da ist es doch normal, dass man für Stimmung sorgen will."

Dass Beleidigungen gegenüber anderen Vereinen auch im Ausland vorkommen, bewies Samuel Eto'o auf eine Feier des spanischen Meisters FC Barcelona. "Madrid cabrón, saluda al campeón!" rief er in Richtung Real Madrid, was so viel heißt wie: "Scheißverein Madrid, grüß den Meister!" Der allgemeinen Entrüstung folgte kurze Zeit später Eto'os Entschuldigung.

Ob Michael Ballack mit Konsequenzen rechnen muss, ist bislang nicht bekannt. Auf der ungewohnten Position im offensiven Mittelfeld erlebte hatte der lange hart Kritisierte endlich seinen „zweiten Frühling“. Das 1:0 durch ein Traumtor von Eren Derdiyok (19.Minute) leitete er mit seinem Pass ein, in der 9. Minute verhinderte lediglich eine Glanzparade von Schalke-Torhüter Manuel Neuer bei Ballacks Kopfball den ersten Liga-Treffer des Stars seit seiner Rückkehr aus England.

„Das war eine erfreuliche Leistung“, urteilte Trainer Heynckes. Bayer-Sportdirektor Rudi Völler sagte zur Torvorbereitung des DFB-Kapitäns: "Das war toll gespielt von Michael.“