Fussball-Bundesliga

Ballack gewinnt mit Bayer Leverkusen in Mainz

Mit dem neunten Auswärtssieg in dieser Saison festigt der Werksklub seinen zweiten Tabellenrang. Mainz muss um einen Platz im internationalen Wettbewerb bangen.

Den Abstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund verkürzt, den auf Verfolger Hannover 96 vergrößert und auf Bayern München gehalten: Bayer Leverkusen befindet sich weiter auf Kurs in Richtung Champions League. Aber an eine neue Chance auf die Meisterschaft angesichts des auf neun Zähler gescholzenen Rückstands auf den BVB wollen die Rheinländer offenbar keinen Gedanken verschwenden. „Es tut gut, dass wir einen Big Point gelandet haben. Das war wichtig für uns. Aber wir schauen weiter nach hinten“, sagte Nationaltorhüter Rene Adler nach dem schwer erkämpften 1:0 (0:0) beim direkten Konkurrrenten 1. FSV Mainz 05.

Ein Sonntagsschuss von Renato Augusto, der einen Blackout der FSV-Abwehr eiskalt zum Siegtreffer (82.) nutzte, bescherte der Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes zugleich den neunten Auswärtssieg - und damit einen Vereinsrekord. Doch der interessiert nur am Rande. „Das war für uns ein wichtiger Sieg. Wir haben in diesem Spiel immer an uns geglaubt. Nach dem Spiel am Donnerstag mit der Niederlage gegen Villarreal in der Europa League hat die Mannschaft heute die richtige Antowrt gegeben“, sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler.

Die Erleichterung war bei den Leverkusenern, deren Abstand auf die Münchner weiterhin sieben Zähler beträgt, nach dem Schlusspfiff eines temporeichen und unterhaltsamen Spiels spürbar. „Es war wichtig, dass wir auch einmal einen dreckigen Sieg gelandet haben. Aber wir schauen weiterhin nicht nach Dortmund, wir wollen unseren zweiten Platz verteidigen“, bestätigte Torjäger Stefan Kießling.

Dagegen warten die Mainzer weiter seit vier Monaten auf einen Heimsieg und konnten im Kampf um einen Platz in der Europa League keine Pluspunkte sammeln. Der überragende Mainzer Schürrle, der sich nach dem Abpfiff das Trikot seines künftigen Mannschaftskollegen Renato Augusto gesichert hatte, haderte mit dem Glück: „In der ersten Halbzeit haben wir gut gespielt und hatten auch Konterchancen. Zum Schluss hat Leverkusen seine individuelle Klasse bewiesen.“

Die 20.300 Zuschauer im Mainzer Bruchwegstadion sahen über weite Strecken der Partie einen offenen Schlagabtausch mit zahlreichen Torchancen. Auf beiden Seiten standen über die gesamte Spielzeit hinweg vor allem die herausragenden Torhüter im Mittelpunkt des Geschehens. Insbesondere Nationalkeeper Rene Adler und FSV-Angreifer Schürrle lieferten sich ein packendes Duell. Zweimal rettete Adler gegen Schürrle schon vor der Halbzeit in höchster Not, ehe der Jung-Nationalspieler mit einem Schuss (34.) knapp das Bayer-Gehäuse verfehlte.

Die Gäste kamen dagegen trotz der überraschenden Rückkehr von Ballack ins zentrale Mittelfeld in der Anfangsphase zunächst schwer in Tritt. Nach einigen Freistößen, die jedoch kaum Torgefahr ausstrahlten, wurden die Leverkusener erst nach einer halben Stunde zunehmend gefährlicher. Dann hatte die Bayer-Elf allerdings großes Pech: Ein sehenswerter 25-Meter-Schuss von Daniel Schwaab landete am linken Torpfosten und sprang zurück ins Feld.

Etwas überraschend stand der umstrittene Ballack in Mainz in der ersten Elf der Leverkusener. Bayer-Coach Jupp Heynckes nominierte trotz des Streits in der vergangenen Woche den Nationalmannschaftskapitän anstelle von Simon Rolfes, der beim 2:3 gegen den FC Villarreal Schwächen gezeigt hatte. Ballack hatte zuletzt auf eigenen Wunsch gegen den VfL Wolfsburg und in der Europa League gegen Villarreal nicht zum Bayer-Aufgebot gezählt, um vorhandende Defizite aufzuarbeiten. Allerdings konnte der „Capitano“ auch in Mainz seinem Team über weite Strecken nicht den Stempel aufdrücken.